Detroit – Als größter Autobauer des Landes ist GM für viele Amerikaner auch ein nationales Symbol, mehrfach lieferte sich der Konzern mit VW und Toyota ein Wettrennen um die Weltspitze. Ausgerechnet hier sollen nun tausende Jobs und einige Werke wegfallen.
Die geplanten Sparmaßnahmen bringen Donald Trump in Rage. Der US-Präsident reagierte äußerst verärgert auf die Ankündigungen des GM-Managements, erheblich Stellen abzubauen und Werke in den USA und Kanada zu schließen. Er drohte mit Konsequenzen.
„Sie sollten dort verdammt noch mal schnell eine neue Fabrik eröffnen“, sagte Trump dem „Wall Street Journal“ zum bevorstehenden Aus eines großen Standorts im Bundesstaat Ohio. Er habe GM-Chefin Mary Barra erklärt, sie habe „ein Problem“, sollte das Werk dauerhaft geschlossen bleiben. Er habe Barra außerdem aufgefordert, die Autoproduktion in China zu stoppen. Vor Reportern in Washington sagte Trump, man könne großen Druck auf den Konzern mit Hauptsitz in Detroit ausüben.
Wie das aussehen könnte, ließ er gestern Abend anklingen. Trump drohte GM via Twitter mit der Streichung aller Subventionen – auch für Elektroautos. Das werde nun geprüft. „In Mexiko und China wird nichts geschlossen. Die USA haben General Motors gerettet, und dies ist der DANK, den wir bekommen!“
Das Unternehmen hatte angekündigt, die heimische Produktion zu drosseln und deshalb Personal entlassen sowie einige Fertigungsstätten dichtmachen zu wollen. Als Hauptgründe gelten der schwächelnde US-Absatz bei kleinen Pkw und gestiegene Materialkosten. Wichtige Vorprodukte für die Autoindustrie wurden aber etwa auch durch die von Trump selbst eingeführten Sonderzölle auf Stahl teurer.
Das Sparprogramm soll GM fit für die Zukunft machen und die Kosten drastisch senken. Barra begründete es mit der Notwendigkeit, sich verändernden Marktbedingungen anzupassen. Auch GM muss Milliarden in den Ausbau der Elektromobilität stecken. Erzrivale Volkswagen hatte kürzlich einen riesigen Investitionsplan aufgesetzt, auch die japanischen und südkoreanischen Konkurrenten sind im Rennen. Das Geld hierfür müssen die Konzerne zusätzlich verdienen und teils an anderen Stellen einsparen.
GM will verkaufsschwache Modelle einstellen und sich künftig stärker auf innovative Bereiche wie E-Autos und das autonome Fahren konzentrieren. Ein tief greifender Umbau sei nötig, erklärte Barra. In den USA und Kanada könnten bis Ende 2019 fünf Werke geschlossen werden – rund 6000 Arbeiter würden dann ihre Jobs verlieren. Zudem soll der Betrieb in zwei internationalen Werken eingestellt werden.
Aus dem chronisch defizitären Europa-Geschäft mit der deutschen Ex-Tochter Opel und der britischen Marke Vauxhall hatte sich GM schon 2017 verabschiedet. dpa