Die mit den Gläubigern Griechenlands für 2019 vereinbarte weitere Kürzung der griechischen Renten um bis zu 18 Prozent kann möglicherweise vermieden werden. Dazu werde ein entsprechender Beschluss der Eurogruppe erwartet, hieß es aus Kreisen des Finanzministeriums in Athen. Grund dafür sei, dass die griechische Regierung mit einem Primärüberschuss, also einem Haushaltsüberschuss ohne die Kosten für den Schuldendienst, von 3,96 bis 4 Prozent der Wirtschaftsleistung rechne. Dieser Überschuss werde auch ohne Rentenkürzungen erreicht und damit könne Athen trotzdem die Vorgabe der Gläubiger erfüllen, den Primärüberschuss auf über 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung zu halten.
Der deutsche Industriegase-Hersteller Linde hat den Verkauf der europäischen Geschäfte von seinem ehemaligen Konkurrenten Praxair abgeschlossen. Wie der Konzern mitteilte, sei die Mehrheit des Geschäfts an den japanischen Konzern Taiyo Nippon Sanso veräußert worden. Linde erfüllt damit kartellrechtliche Auflagen für die rund 68 Milliarden Euro schwere Fusion mit Praxair. Demnach umfassten die europäischen Praxair-Aktivitäten rund 2600 Mitarbeiter und einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro. Umgekehrt muss Linde bis Ende Januar große Teile seines US-Geschäfts verkaufen, um die Vorgaben der US-Wettbewerbshüter zu befolgen. Durch den Zusammenschluss Ende Oktober formten Linde und Praxair den größten Industriegase-Anbieter der Welt mit einem Umsatz von 24 Milliarden Euro und 80 000 Mitarbeitern.
Ein „Waffenstillstand“ im US-Handelskonflikt mit China hat dem Dax einen Wochenauftakt nach Maß beschert. Der Leitindex stieg um 1,85 Prozent auf 11 465,46 Punkte, den höchsten Schlusskurs seit drei Wochen. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gewann 1,34 Prozent auf 23 768,29 Zähler.
Von einer Pause im Handelszwist s profitierten besonders die Aktien aus dem Autosektor. Die Papiere von BMW, Daimler und Volkswagen gehörten mit Kursgewinnen zwischen knapp 3 und fast 5 Prozent zu den Top-Gewinnern im Dax. Auch Papiere von Autozulieferern wie Infineon, Continental und Thyssenkrupp legten kräftig zu. Im MDax verbuchten entsprechend die Kurse der Autozulieferer Rheinmetall, Schaeffler, Dürr und Hella ebenfalls hohe Aufschläge.
Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,1 Prozent am Freitag auf 0,18 Prozent.
Die EZB setzte den Euro-Referenzkurs auf 1,1332 (Freitag: 1,1359) US-Dollar fest. dpa