München – Aktien von deutschen Unternehmen sind im Vergleich zu US-Papieren derzeit günstig zu haben: „Der deutsche Aktienmarkt ist ähnlich niedrig bewertet wie während der beiden Irakkriege oder nach dem Zusammenbruch des europäischen Währungssystems 1992“, meint Reinhard Panse vom Vermögensverwalter HQ Trust. Der Finanzdienstleister hat Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder das Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) großer Aktiengesellschaften untersucht und beobachtet, dass deutsche Papiere 2018 viel stärker unter die Räder gekommen sind als vergleichbare US-Titel (siehe Tabelle). So lag beispielsweise das Kurs-Gewinn-Verhältnis der wichtigsten zehn deutschen Aktien im Schnitt bei 11,1 und in den USA bei 17,4. Beim Kurs-Gewinn-Verhältnis wird der Kurs einer Aktie durch den erwarteten Gewinn je Aktie dividiert. Je niedriger der Wert, desto günstiger wirkt die Aktie. Der Grund für die vorsichtige Bewertung deutscher Papiere: „Die Erwartungen der Anleger sind sehr negativ“, erläutert Panse. Selbst bei einer Rezession sollten die Aktien daher kaum fallen. „Nervenstarke Anleger können in Zeiten schlechter Aussichten, so wie heute, antizyklisch kaufen.“ sh