München – Ein bundesweiter Warnstreik in der Geld- und Wertbranche hat die Bargeldbelieferung des Einzelhandels und der Banken in Bayern weitgehend zum Erliegen gebracht. Rund 80 Prozent der geplanten Geldtransporte seien ausgefallen, sagte der Landesfachbereichsleiter der Gewerkschaft Verdi, Kai Winkler. Der Warnstreik soll heute fortgesetzt werden.
Verbraucher spürten davon zunächst wenig. „Man muss aufgrund des Streiks nicht davon ausgehen, dass man am Automaten nun kein Bargeld mehr bekommt“, sagte eine Sprecherin des Bayerischen Sparkassenverbands. Dafür dauere der Warnstreik nicht lang genug. Auch am Donnerstag stehe weiterhin genügend Bargeld zur Verfügung.
Ähnlich äußerte sich auch der Einzelhandel. Die Versorgung der Supermärkte mit frischem Bargeld sei kein Problem gewesen, sagte ein Sprecher des bayerischen Handelsverbands. Die Händler hätten sich vorbereitet, die meisten Geschäfte seien in den vergangenen Tagen ausreichend beliefert worden.
Sorge könnte den Händlern auf Dauer jedoch der ausbleibende Abtransport der Einnahmen im Einzelhandel bereiten. Große Bargeldmengen lagerten am ersten Werktag im neuen Jahr bei den Händlern – ein erhebliches Sicherheitsrisiko. Im Schnitt lägen die Tageseinnahmen bei Supermärkten zwischen 25 000 und 30 000 Euro.
In mehreren Orten Bayerns hatten am Mittwoch zahlreiche Beschäftigte der Branche die Arbeit niedergelegt. Be–streikt werden sollten Geldtransporte in München, Augsburg, Würzburg, Aschaffenburg, Eching (Lkr. Freising), Karlsfeld (Lkr. Dachau), Kolbermoor und Raubling (Lkr. Rosenheim), Mintraching (Lkr. Regensburg) und Oberasbach (Lkr. Fürth). Am Vormittag versammelten sich rund 300 Mitarbeiter in München zu einer Kundgebung. Dies Gewerkschaft fordert eine Erhöhung des Stundenlohns um 1,50 Euro beziehungsweise eine Gehaltserhöhung von 250 Euro pro Monat. dpa