Frankfurt – Der Frankfurter Flughafen bereitet sich auf den umfassenden Warnstreik des Sicherheitspersonals am morgigen Dienstag vor. Wie ein Sprecher des Flughafens sagte, soll sich ein spezielles Team um die Passagiere kümmern, die wegen des Streiks nicht wie geplant in einen Flieger steigen können. Dazu gehöre etwa die Bereitstellung von Verpflegung, Decken und Feldbetten. Der Ausstand könnte den größten deutschen Flughafen weitgehend lahmlegen.
Wie Verdi am Sonntagabend mitteilte, werden auch die Beschäftigten des Sicherheitspersonals am Münchner Flughafen am Dienstag von 3.30 Uhr bis 0 Uhr zum Warnstreik aufgerufen. „Die Passagierkontrolle wird allerdings nicht direkt bestreikt“, so Verdi-Sprecher Kai Winkler. Trotzdem sei mit Auswirkungen zu rechnen.
In Frankfurt haben die Gewerkschaften Verdi und DBB die etwa 5000 Mitarbeiter, die dort für die Kontrolle von Passagieren und Fracht zuständig sind, dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Auch an den Flughäfen Hamburg, Hannover, Bremen, Leipzig/Halle, Dresden und Erfurt hat Verdi für Dienstag Warnstreiks angekündigt.
Anlass ist der laufende Tarifkonflikt, in dem die Gewerkschaften für die bundesweit 23 000 Beschäftigten im Bereich der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle an den Flughäfen eine einheitliche Bezahlung fordern. Verdi verlangt 20 Euro brutto pro Stunde, der DBB fordert einen Stundenlohn von 19,50 Euro.
Etwa 180 000 Passagiere werden nach Einschätzung des Flughafenverbands ADV von den Folgen des Warnstreiks am Dienstag betroffen sein. Hinzu kämen noch weitere zehntausend Passagiere an jenen Airports, von denen keine Flüge zu den bestreikten Flughäfen rausgehen könnten. Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel kritisierte die Gewerkschaft Verdi scharf: „Es ist unverantwortlich von Verdi, die Streiks bis zum Exzess auszudehnen. Mir fehlt jedes Verständnis dafür.“
Was Fluggäste nun beachten sollten:
Information
Erster Ansprechpartner für Flugreisende ist immer die Fluggesellschaft, bei Pauschalreisen ist es der Reiseveranstalter. Auch der jeweilige Flughafen bietet auf seiner Internetseite ausführliche Informationen über die aktuellen Abflug- und Ankunftszeiten.
Stornieren
Einen streikbedingt gestrichenen Flug kann der Kunde stornieren, er bekommt dann sein Geld zurück. Wer trotzdem fliegen will, hat Anspruch auf einen späteren Flug. Ist ein Ersatzflug erst am kommenden Tag oder später möglich, muss die Airline Übernachtungen und Transfers zum Hotel bereitstellen. Bei einer Pauschalreise muss der Reiseveranstalter für eine Ersatzbeförderung sorgen.
Verspätung
Bei Flügen bis zu 1500 Kilometern haben Fluggäste ab zwei Stunden Verspätung Anspruch auf Betreuungsleistungen – also Telefonate, Getränke, Mahlzeiten und gegebenenfalls eine Übernachtung im Hotel. Bei einer Strecke von 1500 bis 3500 Kilometern gibt es Unterstützung nach drei Stunden, ab 3500 Kilometern nach vier Stunden. Entschädigungen gibt es bei Streiks keine. afp/dpa