Berlin – Für Fernbuskunden in Deutschland wächst das Angebot, aber auch die Preise steigen. Fahrkarten kosteten zuletzt soviel wie seit der Marktfreigabe vor sechs Jahren nicht, wie aus einer Analyse des Marktforschungsinstituts Iges hervorgeht. Je Fahrgast und Kilometer machten die Anbieter Ende vergangenen Jahres 10,7 Cent Umsatz. Der Normalpreis lag damit je Kilometer 0,8 Cent höher als ein Jahr zuvor, wie das Institut mitteilte. Damit haben sich die Preise um über acht Prozent verteuert.
Einnahmen neben dem Fahrpreis bringen den Busunternehmen Zusatzgepäck, Reservierungen und Snackverkauf. Sie sind in den Zahlen nicht berücksichtigt. Der Bus bleibt demnach aber deutlich billiger als die Bahn.
Zugleich wuchs laut Iges das Angebot für die Kunden wieder deutlich: Ende 2018 gab es 287 Linien, zuvor hatte sich die Zahl bei etwa 240 bis 250 eingependelt. Auch die Zahl der Fahrten je Woche erreichte mit 3328 den höchsten Stand seit zwei Jahren. Dazu trugen auch Warnstreiks bei der Bahn und bei Ryanair bei.
Der Fernbusmarkt war 2013 freigegeben worden. Viele Anbieter rivalisierten mit günstigen Fahrkarten um die Kunden – zwischenzeitlich lag der Normalpreis 20 Prozent unter dem heutigen. Seit einigen Jahren dominiert das Münchner Unternehmen Flixbus den deutschen Markt, dessen grüne Busse gut 95 Prozent der angebotenen Fahrplankilometer fahren.
2018 konnte der deutsche Marktführer die Zahl seiner Fahrgäste weiter steigern. Weltweit waren es mehr als 45 Millionen Passagiere, wie Flixbus mitteilte. Mit einem Plus von 12,5 Prozent fiel das Wachstum damit schwächer aus als im Vorjahr, als die Fahrgastzahl noch um ein Drittel auf 40 Millionen gestiegen war. Dabei ging das Unternehmen 2018 auch in den USA, Bulgarien und Weißrussland an den Start und ist damit nun in 29 Ländern aktiv. In Deutschland baute das Unternehmen sein Angebot auch mit Fernzügen aus. Geschäftszahlen für einzelne Märkte nennt Flixbus aber nicht.
Flixbus besitzt selbst keine Busse, sondern kümmert sich mit 1500 Beschäftigten um die Vermittlung der Fahrten, Marketing und Netzplanung. Gefahren werden die Strecken durch 7000 Fahrer von 300 meist mittelständischen Busunternehmen. dpa