Hamm – Die Filialen des Modeherstellers Gerry Weber und seiner Tochterfirmen wie Hallhuber oder Samoon gehören zum festen Inventar in deutschen Innenstädten. Doch jetzt scheint die Zukunft des Modeimperiums aus der westfälischen Provinz in ernster Gefahr. Am Freitag stellte die Muttergesellschaft Gerry Weber International mit rund 580 Mitarbeitern beim Amtsgericht Bielefeld Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.
Ziel sei es, das Unternehmen zu sanieren. Betroffen von dem Insolvenzantrag ist nur die Muttergesellschaft. Für Tochtergesellschaften wie Hallhuber seien keine Anträge gestellt worden, betonte das Unternehmen. Der Geschäftsbetrieb soll in vollem Umfang weitergeführt werden, die Finanzierung sei nach derzeitigem Stand bis ins Jahr 2020 gesichert.
Notwendig wurde der Schritt durch das Scheitern der Gespräche des Modeherstellers mit Banken und Gläubigern. Der Modekonzern schuldet nach Informationen des Branchenfachblatts „Textilwirtschaft“ Schuldschein-Gläubigern rund 218 Millionen Euro. Bereits im November hatten die Gläubiger eine Stundung gewährt. Gerry Weber mit den Kernmarken Gerry Weber, Hallhuber, Samoon und Taifun kämpft seit langem mit Umsatzrückgängen und Verlusten. dpa