Frankfurt – Die Deutsche Bank schöpft nach dem ersten Gewinnjahr seit 2014 Hoffnung. „Wir sind natürlich noch nicht dort, wo wir hinwollen“, räumte Konzernchef Christian Sewing bei der Bilanzvorlage ein. „Aber wir sind überzeugt, dass wir die Grundlage geschaffen haben, um wieder nachhaltig die Rendite für unsere Aktionäre zu steigern.“
Mit 341 Millionen Euro fiel der Überschuss 2018 mager aus – sowohl im Vergleich zu den Rekordzahlen der US-Konkurrenz als auch gemessen an der Historie des größten deutschen Geldhauses. Der auf die Anteilseigner entfallende Gewinn betrug 267 Millionen Euro.
Im Geschäftsjahr 2015 hatte die Deutsche Bank mit rund 6,8 Milliarden Euro den bisher höchsten Verlust in der Unternehmensgeschichte verbucht, 2016 summierte sich das Minus auf knapp 1,4 Milliarden Euro, 2017 standen 735 Millionen Euro Verlust in den Büchern.
Im Schlussquartal 2018 rutschte der Dax-Konzern allerdings nach drei soliden Vierteljahren wieder in die roten Zahlen. Für Oktober bis Dezember standen 409 Millionen Euro Verlust in den Büchern. Das war zwar deutlich weniger als das Minus von 2,4 Milliarden Euro ein Jahr zuvor, bedeutete aber dennoch einen Rückschlag.
Die Deutsche Bank erklärte dies mit dem allgemein herausfordernden Marktumfeld, aber auch mit „negativen Nachrichten“ rund um die Geldwäsche-Razzia Ende November: Damals hatte ein Großaufgebot von Ermittlern im Zusammenhang mit den „Panama Papers“ die Bank-Zentrale in Frankfurt durchsucht. Der Vorwurf: Mitarbeiter des Instituts sollen Kunden geholfen haben, Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen zu gründen und so Gelder aus Straftaten zu waschen.
Der Vorstand sieht sich beim Aufarbeiten der teils unrühmlichen Vergangenheit des Instituts auf gutem Weg. Inzwischen seien 19 der 20 Rechtsfälle ganz oder teilweise beigelegt, die Anfang 2016 das größte finanzielle Risiko bargen, teilte die Bank mit. „Es sind keine neuen Angelegenheiten hinzugekommen, die hinsichtlich ihrer Größe oder ihres finanziellen Risikos diesen Fällen ähnlich wären.“
Die Dividende soll wie im Vorjahr elf Cent je Aktie betragen. Der Kurs der Aktie ist jedoch seit Monaten unter Druck. Auch deshalb halten sich hartnäckig Spekulationen über eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank.