Ingolstadt – Schon in sechs Jahren sollen die ersten Flugtaxis über den großen Metropolen dieser Welt kreisen – das zumindest prophezeit die Unternehmensberatung Horváth in einer Studie. Bis zum Jahr 2050 soll es demnach schon drei Millionen Flugtaxis weltweit geben. Vorreiter werden demnach asiatische Megastädte wie Shanghai, Peking oder Manila sein – doch auch im Ruhrgebiet gebe es Potenzial. Flugtaxis könnten der Studie zufolge für deutsche Autobauer eine Chance sein.
Dass Flugtaxis keine Spinnerei kleiner Start-ups mehr sind, zeigen die Projekte großer Firmen aus der Mobilitäts- und Technologiebranche. Schlüsselspieler sind laut einer Studie die US-Firmen Intel, Uber, Airbus und Microsoft, Tencent aus China sowie Audi und Daimler. Diese arbeiten an ganz unterschiedlichen Konzepten.
Bei dem Gemeinschaftsunternehmen von Audi mit dem Flugzeugbauer Airbus geht es um einen autonomen elektrischen Kleinwagen, an den eine Flugeinheit mit vier Rotoren andocken kann. Daimler ist an einem Start-up beteiligt, das einen Elektro-Helikopter auf Kufen mit vielen kleinen Propellern entwickelt.
Welches Design sich durchsetzen wird, konnten die Studienautoren nicht sagen. Dass deutsche Autobauer profitieren, hingegen schon: „Automobilhersteller punkten durch Markenbekanntheit, Kundennähe und vielfache positive Erfahrungen in puncto Qualität und Sicherheit“, erklärte Studienleiter Daniel Guffarth. „Gerade deutsche Premiumhersteller verfügen hier über einen Vertrauensvorschuss.“
Pioniere eines Regelangebots werden laut Studie vor allem Städte mit mehr als zehn Millionen Einwohnern sein. Das dicht besiedelte und pendlergeprägte Ruhrgebiet brächte demnach ebenfalls die Voraussetzungen für Pionierstrecken mit.
Der Studie zufolge soll die Nachfrage bis 2035 rund 15 Millionen Flugstunden betragen, wofür 23 000 Flugtaxis benötigt werden. 2050 soll die Nachfrage bereits auf drei Milliarden Flugstunden gestiegen sein. afp