München – Die Zahl der Auszubildenden in Industrie, Handel und bei Dienstleistern ist in Bayern zum zweiten Mal in Folge gestiegen. 54 598 Ausbildungsverträge wurden im vergangenen Jahr in diesen Branchen geschlossen, wie die Bayerische Industrie- und Handelskammer (BIHK) am Montag mitteilte. Das waren rund 2,3 Prozent mehr als im Jahr davor. Dennoch blieben demnach rund 16 000 Stellen unbesetzt. „Die Umkehr des langfristigen Abwärtstrends ist ein äußerst gutes Signal, auch wenn immer noch zu viele Unternehmen nicht alle Ausbildungsplätze besetzen können“, erklärte BIHK-Präsident Eberhard Sasse. Er führte das Plus zum einen auf ein größeres Engagement der Betriebe, andererseits auf Image- und Informationskampagnen zurück. Im Gegensatz zu den Lehrlingszahlen seien die Ersteinschreibungen an Bayerns Hochschulen 2018 leicht rückläufig gewesen. „Es wäre eine sehr gesunde Entwicklung, wenn sich beide Trends so fortsetzen“, so Sasse. Das sei im Sinne einer ausgewogenen Balance beider Bildungswege.
Auch Flüchtlinge hätten erneut für Zulauf im Ausbildungssystem gesorgt. Im vergangenen Jahr traten in Bayern laut BIHK rund 3000 Jugendliche eine Ausbildung an, ein Zuwachs von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die meisten jungen Menschen im Freistaat begannen eine Ausbildung zu Einzelhandelskaufleuten. Bei den Frauen stand der Ausbildungsberuf Kauffrau für Büromanagement an der Spitze, bei den Männern der Fachinformatiker. mm