Zweifel an Kohle-Aus

von Redaktion

Merkel fürchtet offenbar Scheitern – Mehr Gas aus den USA

Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat einem Medienbericht zufolge beim Kohletreffen im Kanzleramt größere Anstrengungen für den Ausstieg aus der Braun- und Steinkohle angemahnt. Die „Bild“ berichtete unter Berufung auf Teilnehmerkreise, Merkel habe gesagt, wenn die Dauer zur Umsetzung von Infrastrukturmaßnahmen wie etwa Stromtrassen weiter so lang sei, werde der Kohleausstieg nicht gelingen. „Wenn wir so weitermachen wie bisher, werden wir scheitern.“

Merkel hatte am Montagabend unter anderem Vertreter der Kohlekommission und die Ministerpräsidenten der vom Ausstieg betroffenen Länder empfangen. Die Kohlekommission hatte sich auf einen Kompromiss verständigt, wonach die Kraftwerks-kapazitäten ab 2022 schrittweise abgebaut werden und spätestens 2038 auslaufen.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier geht indes von mindestens zwei neuen Terminals in Deutschland zum Import von Flüssig-Erdgas (LNG) aus. „Ich sehe an mindestens zwei Standorten die Chance, dass wir rasch etwas verwirklichen können“, sagte Altmaier am Dienstag am Rande einer LNG-Konferenz mit US-Vertretern in Berlin. Bisher war vom Bau eines Terminals die Rede gewesen.

Der CDU-Politiker nannte Brunsbüttel, Wilhelmshaven und Stade als mögliche Standorte für LNG-Terminals. Mit einer Entscheidung sei in den nächsten Wochen zu rechnen. In Deutschland gibt es bisher kein LNG-Terminal. Die USA hoffen nun auf bessere Flüssiggas-Geschäfte. dpa

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