Rentnerparadies Österreich?

von Redaktion

München – Rentner in Deutschland könnten neidisch werden, wenn sie ins Nachbarland Österreich schauen. Dort sind die Altersbezüge für Neurentner um satte 44 Prozent höher als in Deutschland. Ob das Modell Österreich zum Vorbild taugt, war Thema eines Forums des Sozialverbands VdK, bei dem Experten über Reformen der Alterssicherung in Deutschland diskutierten. VdK-Präsidentin Verena Bentele fordert, auch in Deutschland die Rentenversicherung nach österreichischem Muster umzubauen, sodass auch „Selbstständige, Vorstände von Aktiengesellschaften, politische Mandatsträger und Beamte“ in die Rentenkasse einzahlen.

Hier einige Fakten zu den Rentensystemen:

.  Rentenhöhe: Männer, die 2016 in Rente gegangen sind, erhalten in Deutschland im Schnitt eine monatliche Rente in Höhe von 1120 Euro – in Österreich kommen die Rentner auf 2001 Euro. Renterinnen erhalten in Österreich im Schnitt 1253 Euro im Monat – rund 40 Prozent mehr als deutsche Durchschnittsrentnerinnen, die nur auf 757 Euro kommen

. Urlaubs- und Weihnachtsgeld: Die deutlichen Unterschiede liegen auch daran, dass österreichische Rentner 14 Monatsrenten bekommen –- also ein 100-prozentiges Urlaubs- und ein 100-prozentiges Weihnachtsgeld.

. Rentenanpassung: Die Renten werden in Österreich der Inflationsrate angepasst, es gibt keine Dämpfungsfaktoren wie in Deutschland.

. Renteneintritt: Generell kann man in Österreich zwischen 62 (bei 40 Versicherungsjahren) und 68 in Rente gehen. Um den tatsächlichen Renteneintritt dem gesetzlichen von 65 anzunähern, gibt es saftige Zu- und Abschläge für jedes Jahr früher oder später: „So steigt die Bruttopension um etwa zehn Prozent, wenn man ein Jahr länger arbeitet“, so der Wiener Rentenexperte Wolfgang Panhölzl (siehe Interview). Für Frauen wird das Renteneintrittsalter bis 2033 von 60 auf 65 erhöht.

. Finanzierung: Auch Beamte und Selbstständige müssen in die österreichische Rentenkasse einzahlen. Zudem sind die Beiträge mit 22,8 Prozent deutlich höher, wovon die Arbeitgeber 12,55 Prozent einzahlen müssen (Deutschland: 18,6 Prozent, die Hälfte zahlt der Arbeitgeber). K. RIMPEL

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