Brüssel – Den deutschen Autokonzernen BMW, Volkswagen und Daimler droht einem Bericht des „Spiegel“ zufolge wegen unerlaubter Absprachen ein Milliarden-Bußgeld der EU-Wettbewerbshüter. Die Strafe könne in den kommenden Wochen verhängt werden, berichtete das Magazin. Die EU-Kommission kommentierte den Bericht nicht.
Die Hersteller sollen unter anderem vereinbart haben, keine Partikelfilter in Otto-Motoren einzubauen, mit denen der Ausstoß von Feinstaub hätte reduziert werden können. Die EU-Kommission hatte im September 2018 ein offizielles Kartellverfahren eingeleitet,
Es gebe keinen Vorwurf im Hinblick auf Preisabsprachen, sagte eine Daimler-Sprecherin. Die Eröffnung des Verfahrens bedeute nicht, dass die EU-Kommission eine Zuwiderhandlung festgestellt habe. „Daimler hat einen Kronzeugenantrag gestellt.“ Einen vergleichbaren Antrag hatte auch Volkswagen eingereicht. Der Kronzeuge in Kartellverfahren kann auf den größten Nachlass bei Strafgeldern bis hin zur vollständigen Verschonung hoffen.
Der „Spiegel“ hatte im Juli 2017 über ein seit mehr als 20 Jahren bestehendes Kartell deutscher Autobauer berichtet. Vertreter von Volkswagen, BMW und Daimler sowie den VW-Töchtern Audi und Porsche sollen sich demnach über Fahrzeuge, Kosten, Zulieferer und auch die Reinigung von Diesel-Abgasen abgesprochen haben.
Die Volkswagen-Kernmarke VW Pkw plant derweil einem Zeitungsbericht zufolge ein neues milliardenschweres Sparprogramm mit dem zusätzlichen Abbau von rund 5000 Arbeitsplätzen. dpa