Frankfurt – Die Lufthansa stößt immer deutlicher an ihre Wachstumsgrenzen. Der nach eigenen Angaben umsatzstärkste Airline-Konzern der Welt hat für das laufende Jahr das geplante Wachstum seines Flugangebots reduziert und erwartet auf hohem Niveau stagnierende Gewinne. Für 2019 hat sich das Management vorgenommen, die nach der Übernahme großer Air-Berlin-Teile stark gewachsene Billigmarke Eurowings zurück in die Gewinnzone zu bringen.
„Wir sind überzeugt, dass wir in Europa kein blindes Wachstum um jeden Preis, sondern qualitatives Wachstum brauchen“, sagte Vorstandschef Carsten Spohr bei der Bilanzvorstellung. Sein Unternehmen baue das Angebot in diesem Sommer lediglich um 1,9 Prozent statt der bislang geplanten 3,8 Prozent aus. Aus einem zerstörerischen Preiskampf will sich Lufthansa heraushalten. Spohr erklärte: „Ich sehe in dieser Branche keinen Grund, für 9 Euro durch die Luft zu fliegen. Das ist ökonomischer und ökologischer Wahnsinn. Wir beginnen bei 35 Euro.“
Lufthansa zeigt sich weiter interessiert am Langstreckengeschäft der Thomas-Cook-Tochter Condor, die früher einmal zum Lufthansa-Konzern gehört hatte. Grundsätzlich seien an den Drehkreuzen München und Frankfurt rund 15 Langstreckenflugzeuge für touristische Flüge „eine gute Dimension“, sagte Spohr. Die „10 bis 12“ Langstreckenjets der Condor könnten da eine Rolle spielen.
In der Flottenpolitik verabschiedet sich Lufthansa von einigen ganz großen Jets. Bereits am Mittwoch hatte das Unternehmen angekündigt, 6 ihrer 14 Super-Jumbos vom Typ A380 an Airbus zurück zu geben. Der Kaufpreis zum nicht genannten Buchwert wird mit der Bestellung von 20 zweistrahligen Langstreckenjets des Typs A350 verrechnet. Um nicht zu stark vom Lieferanten Airbus abhängig zu sein, bestellte Lufthansa parallel 20 787-Dreamliner beim Konkurrenten Boeing.
Nach dem Rekordjahr 2017 ging der operative Gewinn der Lufthansa im abgelaufenen Jahr um rund vier Prozent auf gut 2,8 Milliarden Euro zurück. Die Aktie gab an den Börsen zunächst deutlich nach. dpa