Hörmann verlagert Produktion von Penzberg in die Slowakei

von Redaktion

Penzberg – Der Autozulieferer Hörmann schließt sein Werk im oberbayerischen Penzberg (Landkreis Weilheim-Schondorf). Die Produktion werde zum größten Teil in das neue Werk Banovce in der Slowakei verlagert, teilte das Unternehmen den 720 Mitarbeitern gestern mit. Für die 630 Stammbeschäftigten werde es einen Sozialplan geben, freie Stellen an anderen Standorten würden ihnen bevorzugt angeboten. Für den Sozialpakt sollen 20 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. „Wir bedauern die Schließung sehr“, sagte Konzernchef Michael Radke gestern auf der Betriebsversammlung, bei der die Belegschaft über den Schritt informiert wurde.

In Penzberg baut Hörmann Abgasrohre sowie Fahrgestell- und Rahmenteile für Lastwagen. Aber das Werk schreibe zunehmend rote Zahlen, sagte Vorstandschef Michael Radke. Wegen der geringen Stückzahlen im Lastwagenbau seien die Arbeitsprozesse schwer zu automatisieren. Nur mit weitreichenden Abstrichen vom Tariflohn sei es in den vergangenen zehn Jahren gelungen, die Arbeitsplätze zu erhalten. Standorte in der Slowakei seien jedoch doppelt so produktiv. Das Werk Banovce wurde erst vor zwei Jahren eröffnet. Die Produktion aus Penzberg soll bis Jahresende dorthin verlagert werden, Penzberg bis spätestens Juni kommenden Jahres stillgelegt werden.

Für den Sozialplan zugunsten der 630 Stammbeschäftigten hat Hörmann 20 Millionen Euro eingeplant. Nach Angaben der IG Metall sind von der Schließung zudem 90 Leiharbeiter betroffen.

Die Hörmann-Gruppe beschäftigt in Deutschland gut 3000 Mitarbeiter und hat ihren Umsatz 2017 auf 521 Millionen Euro, den Betriebsgewinn auf 27 Millionen Euro gesteigert. In das Werk Penzberg habe Hörmann seit 2008 gut 40 Millionen Euro investiert, ohne nur einen Euro Gewinn zu entnehmen, so das Unternehmen. Im laufenden Jahr dürfte Penzberg acht Millionen Euro Verlust machen.

In Bayern hängen 400 000 Arbeitsplätze an der Autoindustrie, aber die Sorgen wachsen. Auch andere Autozulieferer wie Schaeffler und Autohersteller wie Audi haben bereits angekündigt, Stellen und Kapazitäten abbauen zu wollen.  wos, dpa

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