Shanghai – Die deutschen Autobauer setzen bei Forschung und Entwicklung immer stärker auf China. „Wir bauen stetig unsere Aktivitäten aus“, sagte der angehende Daimler-Chef Ola Källenius auf der Automesse in Shanghai. Ähnlich sieht es VW-Chef Herbert Diess, der China als Maßstab für alle anderen bezeichnete.
Bereits die Hälfte der rund 20 000 Entwicklungsexperten von VW sei mit der Erforschung von Technologien, Produkten und Autodesigns für China befasst. Funktionen für das automatisierte Fahren, Vernetzung oder die Sensorik könnten vermehrt direkt aus China entwickelt werden, heißt es bei VW.
Symptomatisch für die wachsende Bedeutung Chinas für Autos ist, dass sowohl BMW als auch Daimler die elektrisiert fahrenden nächsten Generationen ihrer Kleinwagenserien Mini und Smart mit Partnern in China bauen und von dort aus auch exportieren werden.
Chinas große Autobauer wie Geely, BAIC oder BYD haben schon seit Jahren E-Autos im Angebot. Die größten Innovationstreiber sind aber junge Firmen wie Nio oder Byton, die ausschließlich E-Autos produzieren. Auch die chinesische Automarke „Weltmeister“ gehört dazu. Mit dem Namen versucht die Firma, vom immer noch ausgezeichneten Image deutscher Hersteller in China zu profitieren. Auch beherrscht China den Markt für Batterien. 35 Prozent der weltweit produzierten Zellen für Elektroautos kamen im vergangenen Jahr von dort.
Die Messe in Shanghai findet unter schlechten Vorzeichen statt: Erstmals seit 20 Jahren waren die Autozulassungszahlen in China rückläufig. Grund sind Unsicherheiten angesichts des Handelsstreits mit den USA. dpa