KOMMENTAR

Nur mit billig gelingt die Wende nicht

von Redaktion

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VON WOLFGANG MULKE

Billiger Bahnfahren – damit kann Verkehrsminister Andreas Scheuer in der Öffentlichkeit punkten. Tatsächlich würde sich die Absenkung der Mehrwertsteuer im Fernverkehr im Portemonnaie der Kunden deutlich bemerkbar machen. Ein Ticket für heute 100 Euro würde dann nur noch knapp 90 Euro kosten. Das ist ein sowohl populärer als auch wirksamer Vorschlag, mit dem mehr Menschen in die Züge gelockt werden könnten.

Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht. Erstens wird der Finanzminister um jene im Raum stehenden 400 Millionen Euro kämpfen. Denn zusätzlich verkaufte Tickets gleichen den Verlust mit Sicherheit nicht aus. Zweitens eilt die Bahn auch ohne Preissenkung von Fahrgastrekord zu Fahrgastrekord. Dadurch werden die strukturellen Probleme, etwa fehlende Züge und Gleiskapazitäten, immer größer. Drittens braucht der Staat viel Geld, um die teilweise marode Schieneninfrastruktur instand zu setzen und zu digitalisieren. Scheuers Idee kann daher nur eine von vielen sein, mit der die Verkehrswende hin zu sauberer Mobilität gestaltet wird. Nur mit dem Etikett billig wird die Verkehrswende nicht gelingen, mag das auch noch so populär sein.

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