Wolfsburg – Ein schwacher Markt in China und Milliarden für Rechtsstreitigkeiten um manipulierte Dieselmotoren machen VW zu schaffen. Der Autobauer hat zum Jahresauftakt spürbar an Gewinn eingebüßt. Unter dem Strich verdiente der Konzern im ersten Quartal 3,05 Milliarden Euro, nach rund 3,3 Milliarden vor einem Jahr..
Vor Zinsen und Steuern gab das Ergebnis um gut acht Prozent auf rund 3,9 Milliarden Euro nach. Sondereinflüsse aus Rechtsrisiken von einer Milliarde Euro wirkten sich aus – Folgen des Diesel-Skandals. Damit ist die Abgasrechnung für den Konzern erneut gestiegen – auf inzwischen 30 Milliarden Euro.
In der Rechnung seien der Aufwand für Rechtsanwälte, Vergleiche und ausstehende Verfahren enthalten, sagte Finanzvorstand Frank Witter. Damit seien absehbare Kosten abgedeckt, weitere aber nicht ausgeschlossen. Das meiste Geld floss bisher wegen teurer Vergleiche in Nordamerika.
Die Folgen des Skandals werden den Konzern aber auch weiter belasten: Allein in Deutschland sind über 60 000 Verfahren mit Dieselkunden anhängig. Dazu kommen milliardenschwere Klagen von Aktionären, die sich zu spät über das finanzielle Ausmaß informiert fühlen.
Der VW-Konzern profitierte beim Betriebsergebnis von einer Neuregelung in der Rechnungslegung. Eine positivere Neubewertung von Finanzinstrumenten brachte 400 Millionen Euro. Unter Ausklammerung der Dieselkosten steigerte der Konzern damit sein operatives Ergebnis um 15,2 Prozent auf über 4,8 Milliarden Euro – gemessen an anderen Unternehmen kam VW bisher glimpflich durch den Abschwung.
Im ersten Quartal lieferte Volkswagen rund 2,6 Millionen Fahrzeuge aus, 2,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Konzernumsatz stieg allerdings dennoch um 3,1 Prozent auf 60 Milliarden Euro. Das liegt an immer mehr verkauften SUVs – mit denen pro verkauftem Auto deutlich mehr umgesetzt wird.
Die Stammmarke steigerte ihr Ergebnis vor Zinsen und Steuern im ersten Quartal jedoch von 879 Millionen Euro auf 921 Millionen Euro – vor den Sondereinflüssen. Die Erlöse der Marke kletterten auf Jahressicht trotz geringerer Auslieferungen um 7,1 Prozent auf 21,5 Milliarden Euro.
Audi verdiente vor Steuern und Zinsen 1,1 Milliarden Euro – vor Jahresfrist waren es noch 1,3 Milliarden Euro. Grund für den Rückgang waren Schwierigkeiten mit dem neuen Abgas- und Verbrauchsprüfstandard WLTP. Ende März aber sei Audi ziemlich genau da gewesen, „wo wir hinwollten“, erklärte Witter.
Bei Porsche ging das Ergebnis im Automobilgeschäft um 11,6 Prozent auf 829 Millionen Euro zurück. Grund waren vor allem schwächere Verkäufe zu Jahresbeginn, aber auch Folgen von WLTP.
Zwar stellten die weltweiten Konjunkturrisiken den Konzern vor Herausforderungen, erklärte Witter. Aber: „An unseren Zielen für 2019 halten wir trotzdem fest.“ So soll der Konzernumsatz im Gesamtjahr um bis zu 5 Prozent zulegen. Die operative Umsatzrendite vor Sondereinflüssen – also der Anteil des operativen Gewinns am Umsatz soll zwischen 6,5 und 7,5 Prozent liegen.