Die großen deutschen Wirtschaftsverbände stellen sich in entscheidenden Zukunftsfragen klar gegen ihren Minister, einen Minister aus dem Unionslager wohlgemerkt. Ein ziemlich einmaliger Vorgang. Grund ist die von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) so genannte „nationale Industriepolitik“, mit der er deutsche Unternehmen angesichts mächtig wachsender Konkurrenz, zum Beispiel aus China, schützen will. Nationale oder europäische Champions will er schmieden, als Musterbeispiel schwebt ihm Airbus vor.
Doch Champions werden nicht am grünen Tisch gegründet, Champions bilden sich im Wettbewerb. Gerade Deutschland mit seinen unzähligen hoch innovativen Mittelständlern braucht keine staatlich protegierten Großkonzerne, die zu Monopolbildung – und damit zum Gegenteil von Wettbewerb tendieren. Die Unternehmen würden sich sehr viel mehr über eine vernünftige Infrastruktur in Sachen Technik und Verkehr, weniger Bürokratie und konkurrenzfähige Energiepreise freuen – Dinge, um die sich der Staat wirklich verdient machen könnte.