Warten auf den Handwerker

von Redaktion

Kunden müssen sich im Durchschnitt zehn Wochen gedulden

Berlin – Das Rohr ist verstopft, die Waschmaschine kaputt, der Wasserhahn tropft – doch bis ein Handwerker kommt, kann es dauern. Kunden müssen immer länger auf einen Termin warten. Im Durchschnitt dauert es im Gesamthandwerk inzwischen fast 10 Wochen, bis ein Auftrag erfüllt werden kann. Das geht aus dem am Mittwoch vorgelegten Konjunkturbericht des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) hervor. Noch länger sind die Wartezeiten in den Bau- und Ausbauhandwerken – dort müssen die Kunden sogar 14,5 beziehungsweise fast 11 Wochen warten.

Der Grund ist die hohe Auslastung der Betriebe von mehr als 80 Prozent. Die Auftragsbestände seien weiter hoch und es gebe kaum noch freie Kapazitäten, heißt es. Das werde auch in den kommenden Monaten so bleiben. Zugleich fehlten Fachkräfte. Nicht für alle offenen Stellen lasse sich geeignetes Personal finden. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer hatte Ende vergangenen Jahres noch von einer durchschnittlichen Wartezeit von 9 Wochen gesprochen.

ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke sagte, die Konjunktur im Handwerk laufe weiter auf Hochtouren. Dies werde sich nach den Erwartungen der Betriebe im weiteren Jahresverlauf nahezu ungebremst fortsetzen. Die Firmen bewerteten in der Frühjahrsbefragung die aktuelle Geschäftslage sowie die Umsatzentwicklung besser als jemals zuvor.

Auch in Bayern sind die Wartezeiten mitunter etwas länger. „Beim Bäcker, Metzger, Friseur oder Augenoptiker wird der Kunde natürlich ohne längere Wartezeiten bedient. Im bayerischen Bauhandwerk sind die Auftragsbücher im Schnitt für 14,6 Wochen gefüllt, im Ausbauhandwerk für 11,9 Wochen. Hier muss der Kunde unter Umständen etwas mehr Zeit einplanen“, sagte der Präsident des Bayerischen Handwerkstags (BHT), Franz Xaver Peteranderl, gestern unserer Zeitung.

Der Obermeister der Bauinnung München, Reihnard Lachner, zeigte sich hingegen überrascht. Er könne derart lange Wartezeit aus der eigenen Praxis nicht bestätigen. „Das mag der Durchschnitt sein“, sagte er auf Anfrage unserer Zeitung. hor, kr, dpa

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