Private Haushalte in Deutschland zahlen in der Europäischen Union mit die höchsten Strompreise. Im zweiten Halbjahr 2018 kostete im bundesweiten Durchschnitt eine Kilowattstunde Strom 30 Cent, wie die Statistikbehörde Euro–stat am Dienstag in Luxemburg mitteilte. Nur in Dänemark ist der Strom noch teurer (31,2 Cent). Der europäische Durchschnitt liegt bei 21,1 Cent. Mehr als die Hälfte des Strompreises besteht nach Angaben von Eurostat in Deutschland aus Steuern und Abgaben (54 Prozent).
Der US-Saatgutkonzern Monsanto hat Kritiker-Listen in mindestens sieben europäischen Ländern erstellen lassen. Wie der neue Eigentümer Bayer mitteilte, geht der Konzern derzeit davon aus, dass die PR-Agentur Fleishman Hillard in Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Polen, Spanien und in Großbritannien kritische Politiker und Journalisten auflistete, zudem Kritiker im Umfeld der EU-Institutionen. Wie viele Personen auf den Listen standen, konnte Bayer noch nicht sagen.
Die Sorge vor einer weiteren Eskalation internationaler Handelsstreitigkeiten belastet nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Konjunktur. Nachdem die OECD bereits im März ihre Prognose für das globale Wirtschaftswachstum von 3,5 auf 3,3 Prozent abgesenkt hatte, geht sie im am Dienstag vorgestellten Wirtschaftsausblick für 2019 nur noch von 3,2 Prozent aus. 2020 rechnet die Organisation mit 3,4 Prozent.
Entspannungssignale im internationalen Handelskonflikt haben dem Dax am Dienstag eine Erholung beschert. Der deutsche Leitindex machte einen Teil seiner kräftigen Vortagesverluste wett und rückte am Ende um 0,85 Prozent auf 12 143,47 Punkte vor. Tags zuvor hatte die Ankündigung von US-Sanktionen gegen den chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei vor allem die Chipbranche deutlich unter Druck gebracht. Inzwischen lockerten die USA ihre Verfügungen etwas.
Unternehmensseitig standen im Dax unter anderem die Papiere von Siemens im Blick, die um 1,63 Prozent stiegen. An der Dax-Spitze gewannen die konjunktursensiblen Aktien von Thyssenkrupp in dem freundlichen Umfeld 4,79 Prozent. Unter den weiteren Favoriten setzten die Papiere des Zahlungsabwicklers Wirecard ihre jüngste Klettertour fort und gewannen gut 4 Prozent. Die Aktien von Adidas schlossen 2,69 Prozent höher, nachdem sie im Handelsverlauf ein Rekordhoch erreicht hatten.