Verschuldet wegen hoher Mieten

von Redaktion

In Ballungsräumen kostet Wohnen oft das halbe Einkommen

Wiesbaden – Verbraucherschützer und Insolvenzrechtsexperten beobachten die insbesondere in Ballungsräumen steigenden Mieten mit Sorge. „Die Belastung durch Mietkosten stellt ein wachsendes Überschuldungsrisiko dar“, warnte Christoph Zerhusen von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die Miete sollte eigentlich nicht mehr als ein Drittel des Nettoeinkommens betragen. „Wir sehen aber immer häufiger, dass sie 50 Prozent und teilweise sogar mehr ausmacht. Das ist sehr bedenklich.“

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hatten im vergangenen Jahr zwei von zehn überschuldeten Verbrauchern in Deutschland, die bei einer Schuldnerberatungsstelle Hilfe suchten, Mietschulden. Der Anteil ist seit 2015 weitgehend konstant. Doch gerade in Ballungsräumen könnten mehr Verbraucher in Zahlungsschwierigkeiten geraten. In großen Städten sei aktuell kein Ende des Mietpreisanstiegs zu erkennen, sagte Zerhusen.

Laut Statistischem Bundesamt sind Mietschulden in Ostdeutschland deutlich weiter verbreitet als im Westen. 2018 suchte deswegen fast jeder dritte Überschuldete im Osten Hilfe bei einer Schuldnerberatung. In den alten Bundesländern war das nur knapp jeder Fünfte. dpa

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