BÖRSEN

Stahlwerte setzen sich an die Spitze

von Redaktion

Deutschland hinkt den meisten EU-Staaten in Sachen digitale Behördengänge deutlich hinterher. Die größte digitale Herausforderung der Bundesrepublik sei, die Online-Kommunikation zwischen Behörden und Öffentlichkeit zu verbessern, heißt es in einem Bericht der EU-Kommission. Nicht einmal jeder zweite deutsche Internetnutzer (43 Prozent) würde Formen des E-Government nutzen, im EU-Schnitt sind es 64 Prozent. Damit landet Deutschland auf Platz 26 der 28 EU-Staaten. Deutschland versucht allerdings bereits gegenzusteuern. 2017 wurde das Onlinezugangsgesetz verabschiedet. Es soll dafür sorgen, dass Bürger und Unternehmen ihre Anliegen bei der Verwaltung bis spätestens 2022 online erledigen können.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi droht mit Warnstreiks oder längerfristigen Arbeitsniederlegungen bei der Lufthansa-Tochter Eurowings. Angesichts stockender Tarifverhandlungen über die Einsetzung einer neuen Personalvertretung hätten sich mehr als 80 Prozent der Verdi-Mitglieder bei der Airline für Arbeitskampfmaßnahmen ausgesprochen, um einen verbesserten Tarifvertrag zu erreichen, teilte die Gewerkschaft mit. Es geht um den Betriebsrat und die Mitbestimmungsrechte der Flugbegleiter. Die Verhandlungen darüber stocken laut Verdi. Die sechste Verhandlungsrunde findet heute in Düsseldorf statt. Bei Eurowings sind nach der Übernahme von Air Berlin 1000 Flugbegleiter beschäftigt.

Nach der starken Erholung in der Vorwoche haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt auch nach dem langen Pfingstwochenende beherzt zugegriffen. Der Dax kletterte um 0,92 Prozent auf 12 155,81 Punkte.

Nachdem der Dax in der vergangenen Woche vor allem von der Hoffnung auf sinkende Zinsen in den USA profitiert hatte, kam nun durch die Einigung zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten im Zollstreit auch von dieser Seite ein Argument für Käufer hinzu. Hierauf hatte die Wall Street tags zuvor bereits positiv reagiert, während in Deutschland feiertagsbedingt nicht gehandelt wurde. Stahlwerte wie Thyssenkrupp und Salzgitter fielen mit deutlichen Kursgewinnen von rund 5 Prozent auf. Peking habe für die Regionalregierungen den Spielraum für Investitionen erhöht, hieß es. Börsianer hoffen nun auch auf positive Impulse für die Stahlnachfrage. Immobilienwerte wie Deutsche Wohnen und Ado Properties liefen dagegen weiter hinterher. Nach Berichten über eine mögliche Mietpreisbremse in Berlin äußern sich Analysten weiter skeptisch und fürchten deutliche Belastungen für Konzerne mit großem Portfolioanteil in der Hauptstadt.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei minus 0,27 Prozent.  mm, dpa

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