Hoffnungen auf geldpolitische Stützen durch die Europäische Zentralbank (EZB) haben dem deutschen Aktienmarkt am Dienstag kräftigen Rückenwind verliehen. Sollte sich der Wirtschaftsausblick nicht bessern, sei eine zusätzliche Zinslockerung notwendig, sagte EZB-Präsident Mario Draghi auf einer Konferenz im portugiesischen Sintra. Zusätzliche Zinssenkungen und weitere Anleihekäufe seien denkbar. Der im frühen Handel noch im Minus dümpelnde Dax zog nach den Draghi-Äußerungen merklich an. Auch dank einer festen Eröffnung an der Wall Street kletterte er sukzessive weiter bis auf ein Tageshoch von 12 358 Punkten und damit auf den höchsten Stand seit Anfang Mai. Bei den Wohnimmobilien-Aktien verpufften die deutlichen Verlaufsgewinne am Nachmittag komplett, und die Papiere drehten ins Minus. Auslöser war die Nachricht, dass sich der rot-rot-grüne Senat in Berlin auf das Eckpunktepapier für einen Mietendeckel in der Hauptstadt für fünf Jahre geeinigt hat. Nach der Gewinnwarnung der Lufthansa am Wochenende ging die Talfahrt der Aktien am Dienstag aufgrund von negativen Analystenkommentaren weiter. Die Papiere büßten am Dax-Ende 2,3 Prozent ein, nachdem sie am Montag um fast 12 Prozent eingeknickt waren. Mit einem Kursaufschlag von 3,6 Prozent gehörten die Titel der Deutschen Bank zu den attraktivsten Dax-Werten.