Metro-Konzern: Tschechischer Milliardär müsste mehr bieten

von Redaktion

Grünwald/Düsseldorf – Ein tschechischer Milliardär mit bayerischer Holding greift nach dem Handelskonzern Metro. Der Geschäftsmann Daniel Kretinsky will gemeinsam mit seinem slowakischen Kompagnon Patrik Tkac den angeschlagenen Lebensmittelkonzern komplett übernehmen. Kretinskys Holding EP Global Commerce unterbreitete nach Börsenschluss ein entsprechendes Angebot. Metro sprach am Sonntag von einer erheblichen Unterbewertung und riet seinen Aktionären, zunächst von einem Verkauf abzusehen.

EP mit Sitz in Grünwald bei München plant bei Metro mit seinen rund 146 000 Mitarbeitern keinen radikalen Umbau. „Es ist nicht beabsichtigt, die derzeit bestehenden Metro-Märkte in Deutschland oder anderen Kernmärkten der Metro Group zu schließen oder Arbeitsplätze in größerem Umfang abzubauen“, heißt es in dem Übernahmeangebot. Auch sollen bestehende Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge nicht gekündigt werden.

EP hielt nach Angaben der Metro AG zuletzt 10,91 Prozent der Aktien des Handelskonzerns. Im August 2018 war die Holding bei Metro mit einem Anteil von 7,3 Prozent eingestiegen. Inzwischen hat sich EP über Aktienkäufe und Kaufoptionen bereits den Zugriff auf mehr als 30 Prozent der Anteile gesichert. EP gehört zu 53 Prozent Kretinsky und zu 47 Prozent Tkac.

Das Übernahmeangebot habe das Ziel, „einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag sicherzustellen, der EP Global Commmerce die volle operative Kontrolle gibt“, teilte EP mit. EP bietet für die Stammaktien der Metro AG 16,00 Euro und für die Vorzugsaktien 13,80 Euro. Das entspreche einem Eigenkapitalwert von 5,8 Milliarden Euro. Der Xetra-Schlusskurs der Stammaktie lag am Freitag bei 15,55 Euro.

Metro betrieb zuletzt 771 Märkte in 26 Ländern – davon waren 103 Standorte in Deutschland. Das Unternehmen ringt unter anderem mit Problemen bei der Supermarktkette Real und zurückgehenden Umsätzen in Russland. Die Metro AG war 2017 aus der Aufspaltung der Metro Group hervorgegangen, der andere Teil ist Ceconomy als Holdinggesellschaft der Elektronikeinzelhändler Media Markt und Saturn.  dpa

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