Neues Risiko bei Boeings 737 Max

von Redaktion

Wiederzulassung könnte sich um Monate verzögern

Washington – Dem US-Luftfahrtkonzern Boeing droht eine weitere Verschiebung des Flugverbots für seine Flugzeuge der Baureihe 737 Max. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat nach eigenen Angaben bei den Unglücksjets ein mögliches Risiko gefunden, das zunächst behoben werden müsse. Konkretere Angaben machte die Behörde zunächst nicht. Boeing erklärte, dass die FAA beim Wiederzulassungsprozess der 737 Max zusätzliche Anforderungen stelle und das Unternehmen den Flugzeugtyp erst zur Zertifizierung anbieten werde, wenn diese erfüllt seien. Zudem droht dem US-Konzern neuer rechtlicher Ärger durch eine Pilotenklage.

In Branchenkreisen kommen die jüngsten Nachrichten allerdings nicht unerwartet. „Wichtig ist der FAA-Testflug Mitte Juli“, erklärte ein Tuifly-Sprecher, der im Rahmen des Zulassungsprozesses auch weitere derartige Informationen nicht ausschließt. Der weltgrößte Reisekonzern Tui aus Hannover ist einer der Großkunden für die Jets.

Die Mittelstreckenflugzeuge der 737-Max-Serie müssen nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten seit Mitte März am Boden bleiben. Eine umstrittene Boeing-Steuerungssoftware steht nach ersten Erkenntnissen als mögliche Unglücksursache im Verdacht. Ob das nun von der FAA identifizierte Problem im Zusammenhang damit steht, blieb in der Behördenmitteilung unklar. Boeing zufolge geht es um Auflagen, die im Rahmen der seit Monaten laufenden Software-Aktualisierung erfüllt werden sollen. Der Konzern sei mit den neuen Anforderungen der FAA einverstanden und arbeite daran, sie zu erfüllen.

Zuletzt war bereits vermutet worden, dass sich das Prüfverfahren noch Monate hinziehen könnte. Für Boeing und die betroffenen Airlines ist der Flugstopp eine starke finanzielle Belastung. Boeing selbst steht in der Kritik – auch wegen des Vorwurfs, die Entwicklung des neuen Flugzeugmodells wegen hohen Konkurrenzdrucks überstürzt zu haben. Die Boeing 737 Max ist die Neuauflage der seit den 1960er-Jahren gebauten 737-Reihe.

Ein Pilot hat das Unternehmen aufgrund der Unglücke und den danach verhängten Startverboten für die betroffenen Maschinen vom Typ 737 Max wegen finanzieller und weiterer Schäden verklagt. Der Rechtsstreit ist nach Angaben seiner Anwälte als Sammelklage angelegt, der sich mehr als 400 weitere Piloten anschließen könnten.

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