Aktien trotzen der Weltlage

von Redaktion

Das erste Börsen-Halbjahr war geprägt von negativen Konjunkturdaten, politischen Störfeuern und erneuten geldpolitischer Lockerung durch die Notenbanken. Die Aktienmärkte trotzen dem Nachrichtenumfeld – wohl auch, weil es kaum Anlagealternativen gibt.

VON FLORIAN ÖHNBECK

München – Die deutsche Volkswirtschaft hat sich insbesondere im zweiten Quartal wenig hoffnungsvoll präsentiert. Die Konjunkturampeln stehen vielerorts auf Rot. Erhebliche Rückgänge bei der Produktion, schwache Einzelhandelsumsätze und ein ifo-Indikator, der so schwach ist wie zuletzt im Jahr 2014 drückten auf die Stimmung. Wenig erfreulich waren auch die Nachrichten aus Amerika. Zusätzlich zu der Eskalation des Handelsstreits mit China kam auch die Diskussion über Zölle gegen Mexiko auf. Etwas stabilisiert hat sich die Inflation. Aufgrund wieder etwas günstigerer Energiepreise stiegen die Preise zuletzt mit 1,4 Prozent nur moderat.

Kaum verändert präsentierte sich der Kurs des Euro, der in der ersten Jahreshälfte um den Wert von 1,14 US-Dollar schwankte. Die schwache Konjunkturdaten und die Nachrichten aus Amerika haben den deutschen Staatsanleihen wieder Auftrieb gegeben. Die Folge waren erneute Negativrekorde am Rentenmarkt. Die Umlaufrendite (mittlere und längere Laufzeiten) pendelt seit Januar zwischen minus 0,35 und plus 0,1 Prozent und steht aktuell bei minus 0,33 Prozent. Der EZB-Leitzins blieb da, wo er war, nämlich bei 0,0 Prozent.

Gold glänzt

Die Hände reiben konnten sich Gold-Anleger. Die konjunkturelle Eintrübung hatte zur Folge, dass der Preis des Edelmetalls um zehn Prozent auf 1.403 USD stieg. Noch deutlicher war das Plus bei Palladium (+21%). Weniger stark stiegen Silber (+1%) und Platin (+6%). Uneinheitlich war die Zwischenbilanz für vereinzelte Rohstoffe. Deutlich aufwärts ging es mit dem Ölpreis. Das schwarze Gold legte 23 Prozent zu. Dem Höhenflug des Rohöls folgten Heizöl und der Preis für Benzin.

Dax schwankt

Der Dax schwankte im Vergleichszeitraum zwischen 10.580 und 12.412 Zählern, und kletterte im ersten Halbjahr auf 18 Prozent. 23 Werte konnten ein Plus verbuchen, sieben standen auf der Verliererliste. Am besten entwickelte mit einem Plus von 50 Prozent die Adidas-Aktie. Ebenfalls ganz oben auf der Gewinner-Liste stehen SAP (+38%) und Heidelzement (+38%). Die Liste der Verlierer führt die Lufthansa-Aktie an, die 24 Prozent verliert. 15 Prozent seines Wertes gibt Thyssenkrupp ab.

Von der Wertentwicklung identisch präsentierten sich die Nebenwerte im MDax, der bei etwa 25.600 Punkten und auch 18 Prozent zulegte. Der Top-Gewinner war mit einem Plus von 50 Prozent die Aktie des Software-Dienstleisters Nemetschek.

In guter Laune war der Technologie-Index TecDax, der zum Halbjahr 18 Prozent zulegen konnte. Einen mehr als 75prozentigen Kurssprung machte die Aktie des e-health-Unternehmens Compugroup Medical. Ein Plus von 69 Prozent verbuchte die Aktie der Social-Media-Plattform Xing.

Bitcoin im Höhenflug

Die Stimmung an den internationalen Aktienmärkten war im Halbjahr gut. Der weltweite erste MSCI-World-Index stieg um 15 Prozent. In Amerika legte der Dow-Jones ebenfalls um 15 Prozent zu, die Technologiewerte stiegen weit deutlicher, um 22 Prozent. In Fernost stieg der japanische Nikkei-Index um sechs Prozent an, der chinesische Hang-Seng sogar um zehn Prozent. Aktien im Euroland legten im Schnitt um 15 Prozent zu (Euro-Stoxx50). Die Top-Börsen waren Iran (+57%), Argentinien (+37%) und Russland (+30%).

Der im vergangenen Jahr schwache Kurs des Bitcoins befindet sich wieder im Höhenflug. Die Kryptowährung legte um mehr als 200 Prozent auf 13.550 USD zu.

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