Altersvorsorge: Haus sticht Rente

von Redaktion

Wenn es um Altersvorsorge geht, steht bei den Deutschen die eigene Immobilie am höchsten im Kurs. Die staatliche Rente schafft es immerhin auf Platz zwei. An Ansehen verloren hat hingegen die Riester-Rente.

VON SEBASTIAN HORSCH

Berlin – Der Traum vom Eigenheim ist für viele auch der beste Plan für einen sicheren Lebensabend – zumindest in der Theorie. Denn 79 Prozent der Deutschen halten ein eigenes Haus oder eine Wohnung für eine ideale Altersvorsorge – und zwar, um selbst darin zu wohnen. Das zeigt eine neue Ipsos-Befragung, die die Deutsche Rentenversicherung gestern in Berlin vorgestellt. Doch tatsächlich hat Deutschland mit rund 50 Prozent im europäischen Vergleich eine niedrige Wohneigentumsquote. Begründet ist diese Diskrepanz im Wesen der Studie, die nicht nach eigenen Plänen fragt, sondern nach einem Ideal. Heiko Dees vom durchführenden Marktforschungsunternehmen Ipsos sagt deshalb: „Es gab sicherlich viele Befragte, die etwas angegeben haben, das für sie im Moment nicht in Frage kommt.“

Schon 2014 lag die eigene Immobilie mit 67 Prozent dabei ganz vorne, seither hat sie im Ansehen der Deutschen noch einmal 12 Prozentpunkte zugelegt. Auf dem zweiten Platz folgt mit 72 Prozent die staatliche Rente, die seit 2014 sogar 18 Prozent zugelegt hat.

Auf Platz drei landet die Betriebliche Altersversorgung (72 Prozent; 2014: 56 Prozent), Platz vier belegen Private Renten- und Lebensversicherungen (68 Prozent; 2014: 46 Prozent). Beide Vorsorgemöglichkeiten haben trotz der unvorteilhaften Zinsentwicklung kräftig zugelegt. Für Heiko Dees dürfte das mit einer insgesamt zunehmenden Sensibilisierung für die Bedeutung der Zusatzvorsorge zu tun haben. „Wenn der Fokus verstärkt wird, profitieren die bekanntesten Vorsorgeformen“, sagt Dees. Dem selben Effekt sei wohl auch geschuldet, dass in der Spitzengruppe beinahe alle Vorsorgeangebote im Vergleich zu 2014 zulegen konnten. Auf den hinteren Rängen – 23 Vorschläge wurden den Befragten unterbreitet – sei das nicht mehr der Fall. Schon der Bausparvertrag stagniert am Ende der Spitzengruppe bei 38 Prozent. Gar nicht mehr unter die angesehensten Vorsorgeformen geschafft hat es die Riester-Rente. 2014 war sie noch dabei gewesen.

Auch Einnahmen aus Haus- und Grundbesitz schätzen 66 Prozent (2014: 54 Prozent) der Deutschen als ideale Vorsorge an. Dees hält das „vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen um Enteignungen für interessant“.

Im Zuge der Erhebung hat Ipsos auch untersucht, wie die Befragten von der Rentenversicherung am liebsten Auskünfte und Informationen erhalten möchten. Dabei nimmt die persönliche Beratung in einer Auskunftsstelle den Spitzenplatz ein. 67 Prozent wollen so informiert werden – bei einer Befragung 2018 waren es noch 61 Prozent gewesen.

„Physische Beratung spielt immer noch eine sehr wichtige Rolle“, sagt Dees. Zwar legt auch das Internet als gesamtes als Informationsquelle deutlich an Beliebtheit zu (von 53 auf 62 Prozent), interessanterweise aber gilt das nicht für die Sozialen Netzwerke. Über Facebook, Instagram und Co. wollen nur noch 23 Prozent von der Rentenversicherung angesprochen werden. Im Vorjahr hatten diese Möglichkeit noch 32 Prozent als positiv angesehen.

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