Auch nach Ansicht von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann gibt es Überversorgungen im Krankenhausbereich. Dies sei teilweise in Ballungszentren der Fall, sagte der CDU-Politiker dem „Spiegel“. Auslöser der Debatte ist eine Studie der Bertelsmann Stiftung, die empfiehlt, gut die Hälfte aller Krankenhäuser in Deutschland zu schließen, um die Versorgung der Patienten zu verbessern. Der Minister sagte dem Magazin, diese Zahl erscheine ihm zwar sehr hoch, er könne „das so nicht nachvollziehen“. Aber es brauche einen neuen Krankenhausplan, der sich an Struktur, Qualität und Fallzahlen ausrichte. Jeder Bürger wolle zu Recht eine gute Versorgung in seiner Region. „Das heißt für mich: Ein Rettungswagen sollte innerhalb von 30 Minuten eine Intensivstation erreichen. Aber für spezielle Krankheiten kann es nicht vor jeder Haustür eine Fachklinik geben“, sagte Laumann. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert von der Politik ein langfristiges Konzept zur Sicherung der Krankenhausversorgung in Deutschland. Die Kliniken seien nicht fit für die Zukunft, sagte Vorstand Eugen Brysch gestern. „In den letzten 25 Jahren wurden fast 500 Krankenhäuser geschlossen und 170 000 Betten abgebaut. Das wird sich auch in Zukunft fortsetzen.“ Aber bisher hätten Bund und Länder eher zugeschaut. dpa