Glyphosat: Fast 20 000 Klagen gegen Bayer in den USA

von Redaktion

Monsanto-Übernahme entpuppt sich als teurer Problemfall

Leverkusen – Tausende weitere Klagen möglicher Glyphosat-Opfer und schlechte Geschäfte mit den Farmern in den USA: Die Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto bereitet dem Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer immer mehr Probleme.

In den vergangenen drei Monaten gingen in den USA rund 5000 weitere Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup von Monsanto ein, wie Bayer gestern in Leverkusen bei der Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal mitteilte. Damit stieg die Zahl der Kläger auf rund 18 400.

Ein wichtiger Grund für das weitere Anschwellen der Klageflut dürften die Prozessniederlagen sein, die Bayer in den ersten drei Glyphosat-Verfahren in den USA hinnehmen musste. In den Verfahren wurden den Klägern beträchtliche Schadenersatzzahlungen zugesprochen – oft im hohen zweistelligen Millionen-Dollar Bereich.

Doch nicht nur der Streit um Glyphosat verdirbt Bayer aktuell die Freude an der 63 Milliarden US-Dollar teuren Neuerwerbung. Auch die Geschäfte von Monsanto laufen im Moment nicht so gut wie erhofft. Denn Überschwemmungen und starke Regenfälle im Mittleren Westen der USA sowie die Trockenheit in weiten Teilen Europas und in Kanada haben die Nachfrage nach vielen Monsanto-Produkten einbrechen lassen. Dennoch bestätigte der Konzern bei der Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal noch einmal ausdrücklich den Jahresausblick.

Im abgelaufenen zweiten Quartal stieg der Konzernumsatz zwar um mehr als ein Fünftel auf knapp 11,5 Milliarden Euro, das lag aber insbesondere an der Übernahme von Monsanto. Währungseffekte sowie Unternehmenszukäufe und -verkäufe herausgerechnet, lag das Plus nur bei mageren 0,9 Prozent. Dass Bayer überhaupt noch ein organisches Wachstum vorweisen konnte, lag vor allem am Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten.

Unterm Strich brach der Gewinn im zweiten Quartal aber um rund die Hälfte auf 404 Millionen Euro ein. Das lag unter anderem an Kosten für die Monsanto-Integration sowie Kosten für den Konzernumbau, in dessen Zuge tausende Jobs wegfallen. dpa

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