Lufthansa befürchtet Turbulenzen: Aktie im Sinkflug

von Redaktion

Trotz hoher Fluggastzahlen bricht der Gewinn um 70 Prozent ein

Frankfurt – Ein deutlicher Gewinneinbruch und düstere Prognosen für die kommenden Monate haben die Aktie der Deutschen Lufthansa AG in den Sinkflug geschickt. Der Dax-Konzern leidet nach eigenen Angaben unter den gestiegenen Kerosin-Preisen und dem anhaltend starken Konkurrenzdruck in Europa.

Vor allem in Deutschland und Österreich bleibe der Wettbewerb der Airlines um die Passagiere aggressiv, teilte der Dax-Konzern am Dienstag in Frankfurt mit. Daran werde sich bis mindestens Ende 2019 kaum etwas ändern.

Das Unternehmen berichtete von einem im Jahresvergleich um 70 Prozent gefallenen Gewinn für das zweite Quartal: Trotz eines um vier Prozent auf 9,6 Milliarden Euro gewachsenen Umsatzes blieben am Ende auch wegen einer unerwarteten Steuerrückstellung nur 226 Millionen Euro Gewinn.

Alle Sparten verzeichneten Rückgänge. Die zu einer komplexen Sanierung anstehende Billigtochter Eurowings und das Frachtunternehmen Lufthansa Cargo schrieben im Tagesgeschäft sogar rote Zahlen. Zusammen mit dem negativen ersten Quartal hat Lufthansa in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 116 Millionen Euro Verlust eingeflogen. Vor einem Jahr stand hier noch ein Gewinn von 713 Millionen Euro.

An der Börse wurden Zahlen und Prognosen sehr negativ aufgenommen. Die Lufthansa-Aktie sackte am Vormittag zeitweise um mehr als sechs Prozent ab und war damit größter Verlierer im Dax. Seit dem Jahreswechsel hat sie bereits gut ein Viertel an Wert verloren.

Für das laufende Jahr hat die Lufthansa-Führung um Vorstandschef Carsten Spohr ihre Erwartungen bereits Mitte Juni zusammengestrichen. Sie geht nun von einem operativen Gewinn zwischen 2,0 und 2,4 Milliarden Euro aus. Ursprünglich hätten es 2,4 bis 3,0 Milliarden Euro werden sollen.

Von einer Zurückhaltung besonders umweltbewusster Kunden aus sogenannter Flugscham sei nichts zu spüren, sagte Finanzchef Ulrik Svensson. Die Ticketpreise seien nicht wegen der Nachfrage unter Druck, sondern wegen des Überangebotes von Flügen. dpa

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