Frankfurt/Main – Seit der geplatzten Fusion mit der Deutschen Bank ist es ruhig geworden um die Commerzbank. Das Institut sucht nach Antworten auf Ertragsschwäche und Zinstief. Am Mittwoch legt die Bank, die zuletzt mit IT-Pannen von sich reden machte, die Zahlen für das zweite Quartal vor. Analysten rechnen mit einem Rückgang beim operativen Ergebnis auf 331 Millionen Euro nach 389 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Der Konzernüberschuss dürfte den Schätzungen zufolge auf 217 Millionen Euro sinken. Die Bandbreite reicht dabei von 180 Millionen bis 306 Millionen Euro. Im Zeitraum April bis Ende Juni 2018 hatte die Commerzbank 272 Millionen Euro verdient.
In den ersten drei Monaten dieses Jahres waren die Erträge – also die gesamten Einnahmen des im MDax notierten Konzerns – gesunken. Zugleich war die Steuerlast höher als ein Jahr zuvor. Die Folge: ein Gewinneinbruch. Für das Gesamtjahr 2019 peilte der Vorstand zuletzt nach Steuern dennoch etwas mehr Gewinn an als die 865 Millionen Euro im Jahr 2018.
Nach der Absage an eine Fusion mit der Deutschen Bank will der Commerzbank-Vorstand im Herbst aufzeigen, wie das Institut nach 2020 weiterentwickelt werden soll. Einen neuen Anlauf zur Suche nach Partnern hatte Vorstandschef Martin Zielke nicht ausgeschlossen. Mit der Konzentration auf Privatkunden sowie Firmenkunden und Mittelstand sieht sich die Commerzbank, deren größter Anteilseigner der deutsche Staat ist, zwar gut aufgestellt. Allerdings sind die Möglichkeiten zu Wachstum aus eigener Kraft begrenzt.