Langen/Frankfurt – Der europäische Luftverkehr läuft in diesem Jahr offenbar etwas geschmeidiger. Im Schnitt sind die Flieger im ersten Halbjahr zwölf Minuten zu spät am Zielort angekommen, immerhin 2,1 Minuten weniger als ein Jahr zuvor, wie am Montag die Deutsche Flugsicherung (DFS) unter Berufung auf Zahlen der europäischen Flugsicherungsagentur Eurocontrol berichtete. Dabei haben sich trotz steigender Verkehrszahlen insbesondere die Flugsicherungen und die Airlines verbessert. Aber auch in den anderen Bereichen hat es zumindest keine Verschlechterungen gegeben.
Die Flugsicherung unterscheidet in ihrer Auswertung zwischen Ursprungsverspätungen (6,9 Minuten) und nicht mehr zu beeinflussenden Folgeverspätungen (5,1 Minuten). Diese können sich beispielsweise ergeben, wenn für ein verspätet gestartetes Flugzeug eine neue und möglicherweise langsamere Streckenführung gefunden werden muss. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 ist die Zahl der Flüge im EU-Luftraum um 2,3 Prozent auf 4,8 Millionen gestiegen. Auf den deutschen Luftraum entfielen davon 1,6 Millionen Flüge, eine nur leichte Steigerung um 1,3 Prozent.
Im vergangenen Jahr hatte vor allem der harte Konkurrenzkampf der Airlines den Luftverkehr angeheizt, weil alle in die Lücke stoßen wollten, die Airberlin mit seiner Pleite hinterlassen hatte. Allein im deutschen Luftraum wuchs die Zahl der Flüge um 4,2 Prozent auf 3,3 Millionen mit der Folge massiver Probleme. Zusammen mit Engpässen an den Flughäfen, einem Lotsenmangel vor allem im Zentrum Karlsruhe und heftigen Wetterkapriolen ergab sich für die Passagiere zeitweise ein Verspätungs–chaos, nicht einmal zwei von drei Flügen kamen noch pünktlich an. In der Kritik standen vor allem die Passagierkontrollen am Flughafen, die von der Bundespolizei organisiert werden. Verspätungen gibt es auch 2019 noch genug, zumal die wirklichen Ferienmonate in der Auswertung noch fehlen. dpa