BÖRSE

Osram-Aktie bleibt im Fokus

von Redaktion

Die Zahl der Firmenübernahmen durch chinesische Investoren in Deutschland ist im ersten Halbjahr deutlich zurückgegangen. Die Zahl der Zukäufe und Beteiligungen schrumpfte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 von 25 auf elf, das Investitionsvolumen von 10,1 auf 0,5 Milliarden Dollar (448 Millionen Euro), wie die Unternehmensberatung EY mitteilte. Hauptgrund für diese Zurückhaltung sei die derzeit schwierige konjunkturelle Lage in China. In ganz Europa zählte EY in den ersten sechs Monaten des Jahres nur 81 Übernahmen und Beteiligungen, 28 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Das britische Pfund bleibt wegen der Sorge über die Folgen eines ungeregelten Austritts Großbritanniens aus der EU auf Talfahrt. In der Nacht zum Montag wurden für ein Pfund zeitweise nur noch 1,0724 Euro gezahlt. Dies ist der niedrigste Kurs seit dem Herbst 2009. Das Rekordtief von 1,0200 Euro für ein Pfund wurde im Krisenjahr 2008 erreicht. Zuletzt kostete ein Pfund am Montag wieder 1,0800 Euro. Auch zum US-Dollar bleibt die britische Währung auf Talfahrt.

Nach anfangs kräftigen Kursgewinnen ist der deutsche Aktienmarkt gestern zum großen Teil in der Verlustzone geblieben. Zum Handelsende verzeichnete der Leitindex Dax ein Minus von 0,12 Prozent bei 11 679,68 Punkten.

Bei den Einzelwerten rückten die Aktien von Osram erneut in den Fokus. Der österreichische Halbleiterkonzern AMS hat erneut Interesse an einer Übernahme bekundet und bietet 38,50 Euro je Osram-Aktie. Osram bestätigte nach Handelsschluss den Erhalt des Angebots und teilte mit, die Verhandlungen mit AMS aufnehmen zu wollen. Die Papiere des Unternehmens waren bereits am Morgen nach oben geschnellt und hielten sich über den gesamten Tag mit weitem Abstand an der MDax-Spitze. Zum Handelsende belief sich das Plus auf 10,43 Prozent, nachbörslich legten die Papiere dann nochmals um 1,8 Prozent zu.

Aktien der Commerzbank fielen dagegen um 3,98 Prozent. Zwischenzeitlich markierten sie ein Rekordtief von nur noch knapp über der 5-Euro-Marke. Auch Papiere der Deutschen Bank zeigten wieder Schwäche und verloren am Dax-Ende rund fünfeinhalb Prozent. Börsianer begründeten die Schwäche mit den zunehmenden konjunkturellen Risiken und den niedrigen Kapitalmarktzinsen, die die Einnahmen der Geldhäuser belasten.

Mit neuen Hiobsbotschaften rechnen offenbar die Anleger des Autozulieferers Leoni, der morgen Quartalszahlen veröffentlicht. Der Kurs des SDax-Unternehmens sackte um fast 15 Prozent und fiel erstmals seit zehn Jahren unter 10 Euro. Mit Hella und Dürr zeigten weitere Papiere aus der Zulieferbranche Schwäche.

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