Ifo-Index rutscht auf tiefsten Stand seit 7 Jahren

von Redaktion

München – Der Pessimismus in der deutschen Wirtschaft nimmt immer mehr zu. Vor allem der Handelskrieg zwischen den USA und China hat das vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklima im August auf den tiefsten Stand seit 2012 gedrückt. Das Geschäftsklima fiel um 1,5 Punkte auf 94,3 Zähler, wie das Forschungsinstitut am Montag mitteilte. Es ist der fünfte Rückgang des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers in Folge. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Rückgang auf 95,1 Punkte gerechnet.

„Die Sorgenfalten der deutschen Wirtschaft werden immer tiefer“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. „Die Anzeichen für eine Rezession in Deutschland verdichten sich.“ Im zweiten Quartal war die Wirtschaftsleistung bereits um 0,1 Prozent zurückgegangen.

Sinkt die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge, sprechen Ökonomen von einer „technischen Rezession“. Es handelt sich aber nur um eine milde Rezession. Anders sähe es aus, wenn die Wirtschaft im Gesamtjahr gegenüber dem Vorjahr schrumpft. Damit wird jedoch derzeit nicht gerechnet. Zuletzt war dies 2009 in der Finanzkrise der Fall. Seitdem hat die deutsche Wirtschaft ununterbrochen mit teils kräftigen Wachstumsraten zugelegt.

Besonders trübe sieht es in der Industrie aus. „Ein ähnlicher Pessimismus unter den Industriefirmen war zuletzt im Krisenjahr 2009 zu beobachten“, so Fuest. Bei keiner der deutschen Schlüsselindustrien zeigten sich Lichtblicke. Vor allem die Industrie leidet unter der schwächelnden Weltwirtschaft.

Als wichtigsten Belastungsfaktor sehen Ökonomen den Handelskonflikt zwischen den USA und China. „Der jüngste Schlagabtausch begräbt die Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung im wichtigen deutschen Absatzmarkt China“, kommentierte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Es bestehe die Gefahr, dass der Konflikt zu einem Dauerzustand werde. „Damit fehlen der exportorientierten deutschen Industrie, die seit anderthalb Jahren unter dem nachlassenden Schwung im China-Geschäft leidet, wichtige Impulse“, so Krämer.  dpa

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