Denn die Banken-Branche experimentiert seit Jahren, wie sie ihre Kunden in der Fläche beraten kann – und dabei die Kosten im Griff behält. Ein Überblick:
Abgespeckte Filialen: Die Postbank hat zwar noch etwa 850 eigene Filialen, doch in größerem Umfang setzt das zum Deutsche-Bank-Konzern gehörende Institut auf die Zusammenarbeit mit der früheren Konzernmutter Deutsche Post: In etwa 4000 Partnerfilialen der Post können Postbank-Kunden zum Beispiel Geld von ihrem Postbank-Konto abheben oder Geld einzahlen.
Die Commerzbank mit ihrem derzeit noch vergleichsweise engmaschigen Filialnetz mit etwa 1000 Standorten experimentiert seit einiger Zeit mit sogenannten City-Filialen. In diesen kleinen Filialen werden nur Basisdienstleistungen angeboten. Für Beratung in komplexeren Fällen gibt es größere Niederlassungen, sogenannte Flagship-Filialen.
Mobile Filialen: In manchem Dorf gibt es nicht einmal mehr einen Geldautomaten. Darum tourt manche Sparkasse mit dem Bus über Land. Gerade die ältere Kundschaft nutzt diesen Service, um Geld abzuheben oder Überweisungen zu erledigen. Mitunter schicken Institute ihren Kunden auch ein Bargeldtaxi nach Hause.
Weniger Filialen: Seit Jahren schrumpft die Zahl der Bankfilialen in Deutschland. Im vergangenen Jahr verringerte sich die Zahl der Zweigstellen über den gesamten deutschen Markt hinweg um 2239 auf 27 887 Filialen. Im Jahr 2007 waren es noch rund 40 000. Nicht nur bei Volksbanken und Sparkassen, auch bei großen Privatbanken wie Deutscher Bank und Commerzbank steht das Filialnetz permanent auf dem Prüfstand.
Keine Filialen: „Die Filiale ist eine Last und nicht eine Lust“, befand der damalige Chef der Direktbank ING-Diba, Roland Boekhout, Anfang Februar 2017. Das Institut, das inzwischen auch in Deutschland nur noch unter dem Namen der niederländischen Konzernmutter ING aktiv ist, verzichtet ganz auf Filialen. Dennoch hat die ING in Deutschland und Österreich 9,5 Millionen Privatkunden. dpa