Berlin – Der selbstständig im Internet Lebensmittel nachbestellende Kühlschrank irrlichtert zwar noch immer durch diverse smarte Zukunftsszenarien, doch inzwischen beschäftigen sich die Hausgeräte-Fabrikanten auch mit anderen Konzepten, deren Nützlichkeit eher einleuchtet. Auf der weltgrößten Elektronikmesse IFA, die derzeit in Berlin läuft, kann man zum Beispiel diverse Kochassistenten begutachten, die nicht mehr bloß Rezepte zur Verfügung stellen, sondern mit Hilfe zahlreicher Sensoren, die inzwischen in Induktionskochfeldern und Backöfen verbaut sind, auch aktiv den Kochprozess begleiten.
Backofen sendet Prognosen
Wenn es der Anwender zulässt, schicken etwa die neuen Backröhren von Bosch anonymisiert die individuelle Rezeptur nebst Daten zu Teigkonsistenz, Feuchte und Temperatur auf einen zentralen Server. Wo mit Hilfe von künstlicher Intelligenz daraus dann detaillierte Prognose-Modelle erstellt werden. Im Gegenzug erhält der Koch alle 30 Sekunden aktualisierte Prognosen beispielsweise über den Fortschritt seines ganz speziellen Flammkuchens. Je mehr Küchen sich beteiligen, desto zuverlässiger soll dieser Assistent arbeiten. So erhofft es sich zumindest der Hersteller.
Waschmaschine spricht mit dem Trockner
Interne Kommunikation zwischen einzelnen Geräten kann zu einem besseren Ergebnis führen. Wenn etwa die Waschmaschine den Trockner über das gerade angelaufene Waschprogramm und die Restfeuchte der Wäsche informiert, kann letzterer seine Arbeit schneller und auch schonender verrichten. Zusätzlich erspart einem hochwertigen Trockner jetzt ein Flusendepot das lästige Reinigen des Flusensiebs nach jeder Trommel.
Aus Küchendunst wird Luftfeuchtigkeit
Auch die Kopplung von Kochfeld und Dunstabzugshaube wird immer selbstverständlicher. Wobei sich die Dunstabzugshauben nicht mehr darauf beschränken, auf Befehl des Kochfelds lediglich Fett und Gerüche aus der Luft zu filtern. Mieles eher wie eine futuristische Lampe anmutende Umluftmodell Aura 4.0 Ambient entzieht dem Küchendunst auch überschüssiges Wasser, um damit später die Raumluft zu befeuchten, wenn seine Sensoren für Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit entsprechenden Bedarf anmelden. Zusätzlich kann die Küchenluft auch mit drei verschiedenen Duftnoten geschwängert werden, welche der Hersteller eigens von provenzalischen Parfümeuren kreieren ließ. Der Nutzen dieses Features sei dahingestellt.
Da überzeugt schon eher das Konzept von Bosch, dessen Umluft-Modell CleanAir Plus mit einem zusätzlichen Filter auch 90 Pozent der Pollen aus der Küchenluft entfernen soll. Ein Luftgütesensor sorgt dabei dafür, dass sich der Dunstabzug automatisch auf die Luftqualität einstellt.
Hilfe gegen Pollen und Schnarchen
Der Luftreinhaltung in der ganzen Wohnung widmet sich diesmal ganz besonders Beurer. In mehreren Schritten reinigt das Luftfiltergerät maremed die Luft von Pollen und Stäuben und desinfiziert sie mit UV-Licht. Zum Schluss reichert das Gerät die Abluft noch mit einer Salzlösung an. Wie bei einem Aufenthalt am Meer sollen so Beschwerden von Atemwegserkrankungen gemildert werden. Dunstbildung oder gar Salzablagerungen soll der maremed aber nicht verursachen.
Schnarchen oder gar
Atemaussetzer sind nicht nur für die eigene Gesundheit schädlich, sie stören auch das Wohlbefinden etwaiger Mitschläfer. Mit einer Schlafbrillen-ähnlichen Antischnarchmaske will Beurer dem entgegenwirken. Registriert die SL60 über Mikrofon oder Körperschallsensor ein Schnarchen, wirkt sie dem mit sanften Vibrationen entgegen. Ohne den Schnarcher aufzuwecken soll sich dadurch die erschlaffte Atemwegsmuskulatur wieder anspannen und der Schläfer seine Lage ändern. Am nächsten Morgen können die Schnarch- und Schlafdaten in eine App ausgelesen und Fortschritte verfolgt werden. Langfristig soll damit eine Schnarchverminderung erreicht werden.
Philips schnallt dem Schläfer mit dem Snoring Relief Band einen Antischnarchgürtel um den Leib. Auch er registriert verdächtige Geräusche via Körperschall und veranlasst den Schnarcher mittels Vibrationen zum Umdrehen.