Frankfurt – Günther Oettinger, demnächst ehemaliger EU-Haushaltskommissar, hat kein Interesse an der Leitung des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Er bekräftigte gegenüber den Zeitungen „Stuttgarter Zeitung/Nachrichten“: „Für mich hat jetzt Priorität, meine Pläne für die Zeit nach dem Ende des Mandates und meinen Einstieg in die Politikberatung voranzutreiben.“ Der „Spiegel“ hatte Oettinger ins Spiel gebracht.
VDA-Chef Bernhard Mattes hatte seinen Rücktritt zum Jahresende angekündigt (wir berichteten).
Oettinger sagte nun, er sei „bisher für den Posten nicht gefragt worden“. Er war nach eigenen Angaben vor zwei Jahren kontaktiert worden, als ein Nachfolger für den damaligen VDA-Chef Matthias Wissmann gesucht wurde. Damals habe er abgelehnt. „Der Job war zwar attraktiv. Es stand für mich aber immer fest, dass ich meiner Verpflichtung als EU-Kommissar bis zum Ende des Mandats nachkommen werde.“
Oettinger ist noch bis Ende Oktober im Amt. Er hat bereits in Hamburg eine Beraterfirma gegründet. Der Verhaltenskodex für EU-Kommissare sieht eine Karenzzeit von zwei Jahren vor. afp