Klima-Aktivisten blockieren IAA

von Redaktion

Aus Protest gegen die Automobil-Ausstellung IAA sind am Wochenende in Frankfurt am Main mehrere tausend Klima-Demonstranten auf die Straße gegangen. Sie fordern eine Verkehrswende.

Frankfurt – Rund tausend Aktivisten ließen sich am Sonntag nach Angaben der Organisatoren vor dem Haupteingang der Messe nieder und blockierten damit den Zugang zur Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt. Bereits am Samstag hatte sich dort eine große Kundgebung versammelt. Ihre Forderungen: ein sofortiger Verzicht auf Verbrennungsmotoren, ein massiver Ausbau von Bus und Bahn sowie Vorrang für Fuß- und Radfahrer.

Zu der Blockadeaktion am Sonntag hatte das Bündnis „Sand im Getriebe“ aufgerufen. Der Haupteingang und der Portalhaus-Eingang im Westen des Messegeländes waren dem Bündnis zufolge ab dem frühen Morgen für Besucher nicht zugänglich. Zudem hängten Aktivisten ein Banner bei einem Autobahnzubringer an. Auch der Busverkehr wurde teilweise blockiert.

Die Veranstalter werteten die Kundgebung mit rund mindestens 15 000 Teilnehmern als Erfolg. „Die Messe ist gesungen“, erklärte Bündnis-Sprecherin Marie Klee. „Eine IAA in dieser Form wird es sicher nicht mehr geben.“

„Mit unserer friedlichen Blockade setzen wir ein Zeichen gegen den Autowahn der IAA, erklärte die Ko-Sprecherin Tina Velo. „Ein echter Wandel hin zu klimafreundlichem Verkehr ist nur gegen die Profitinteressen der Autolobby möglich.“ Denn allen Behauptungen zum Trotz wolle die Autoindustrie „weiterhin fette Spritschlucker verscheuern“.

Die IAA rief ihre Besucher am Sonntag über Twitter auf, auf freie Eingänge auszuweichen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) zog ungeachtet der Proteste als Veranstalter eine positive Bilanz des Wochenendes und sprach von gut gefüllten Messehallen.

Die IAA hatte am Samstag ihre Tore für die breite Öffentlichkeit geöffnet, 60 000 Besucher seien an dem Tag gekommen, Zehntausende seien es auch am Sonntag gewesen. „Dieser Sonntag ist eine Abstimmung mit den Füßen für das Automobil“, erklärte der scheidende VDA-Präsident Bernhard Mattes. Die Messe dauert noch bis 22. September.

Das Bündnis „#aussteigen“, das die Proteste am Samstag organisierte, warf der Autoindustrie vor, den Wandel zu emissionsfreier Elektromobilität nicht entschlossen genug voranzutreiben und aus Profitgier unter anderem weiter auf klimaschädliche Stadtgeländewagen (SUVs) zu setzen. Gefordert wurde Vorrang für Fuß- und Radverkehr, ein starker Ausbau von Bus und Bahn sowie ein klimaneutraler Verkehr bis 2035. Die Bundesregierung müsse „liefern und den Rahmen setzen für eine Wende weg von der autofixierten Verkehrspolitik und hin zu klimafreundlichen, sauberen und lebenswerten Städten“. Am 20. September will das Klimakabinett der Bundesregierung sein Maßnahmenpaket vorlegen.

VDA-Präsident Mattes sagte, Proteste gehörten zur lebendigen Debattenkultur. Klimaschutz und individuelle nachhaltige Mobilität dürften aber nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die Lösung seien nicht Verbote, sondern Innovationen. Die Automobilindustrie investiere in den nächsten drei Jahren 40 Milliarden Euro in Elektromobilität und alternative Antriebe.

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