Allianz schmiedet billionenschweres Klimabündnis

von Redaktion

Zwölf Versicherer und Pensionsfonds weltweit wollen 2100 Milliarden Euro umweltfreundlicher anlegen

New York – Wirksame Schritte im Kampf gegen den Klimawandel im globalen Maßstab sind rar. Die Pläne von UN-Generalsekretär Antonio Guterres und einem Bündnis zwölf großer Kapitalanleger wie der Allianz haben das Zeug dazu: Mit geballter Anlegermacht soll das finanzstarke Dutzend dafür sorgen, dass Unternehmen, in die sie investiert haben, klimaneutral wirtschaften. Verweigern sie sich, wird das Investment beendet. Die zwölf Großanleger verpflichten sich in jedem Fall, 2050 ein klimaneutrales Anlageportfolio zu haben. Verkündet wurde der Plan beim UN-Klimagipfel in New York im Beisein von Allianz-Chef Oliver Bäte.

Allianz-Vorstand Günther Thallinger war ein Jahr lang im UN-Auftrag unterwegs, um große Versicherer und Pensionsfonds zu einer Initiative im Kampf gegen den Klimawandel zu gewinnen. „Es ist ein erfreulich guter Start“, meint Thallinger. Insgesamt brächten die zwölf Großinvestoren ein Anlageportfolio von 2,1 Billionen Euro zusammen. Allein gut ein Drittel davon entfällt auf die Allianz.

Jetzt will das Klimabündnis weitere Mitstreiter gewinnen. Binnen eines Jahres soll sich die Anlagesumme auf rund 4,5 Billionen Euro verdoppeln, sagt Thallinger. Langfristiges Ziel sei es, ein Fünftel aller Anlagegelder globaler Großinvestoren unter ein Dach zu bringen. Das wären neun Billionen Euro.

„Damit können wir zu einer treibenden Kraft werden“, sagt der Manager über die vereinte Stärke von Großanlegern im Kampf gegen den Klimawandel. Einfach war das Werben um Mitstreiter nicht, lässt er durchblicken. Nicht immer sei er auf offene Türen gestoßen. Skandinavische Finanzkonzerne und Pensionsfonds waren leicht zu gewinnen. Die Hälfte der Mitstreiter stammt von dort. Anders sieht es in Asien und den USA aus. Bislang hat sich kein asiatischer Großanleger zum Bündnis bekannt. In Deutschland stehe man außerdem noch mit Großanlegern wie Munich Re im Gespräch. „Wir wollen überzeugen“, erklärt Thallinger. Die Großanleger im Bündnis wollen mit Unternehmen, in die sie investiert haben, mit einer Stimme sprechen und sie zu klimaneutralem Wirtschaften bewegen. THOMAS MAGENHEIM-HÖRMANN

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