Am 1. Oktober 1949 rief Mao Tse-tung die Volksrepublik China aus. Seine Kommunistische Partei herrscht noch immer, dennoch hat sich China in den vergangenen 70 Jahren radikal gewandelt. Mit 1,4 Milliarden Einwohnern ist China das bevölkerungsreichste Land der Welt. Vor 70 Jahren lebten fast alle Chinesen auf dem Land, nur zehn Prozent wohnten in den Städten. Heute sind die Stadtbewohner mit 60 Prozent in der Überzahl. Über 100 Städte haben mehr als eine Million Einwohner, in mindestens sechs Megacitys leben mehr als zehn Millionen Menschen; in Peking und Shanghai jeweils mehr als 20 Millionen. Anfangs kaum anerkannt, hat sich die Volksrepublik zu einer Weltmacht und zur zweitstärksten Wirtschaft entwickelt. Mit der Initiative „Neue Seidenstraße“ will Peking seinen Einfluss ausweiten, indem es Milliarden in neue Verkehrsinfrastruktur zwischen Asien, Europa und Afrika investiert. China ist das Land der Superlative: Fünf der größten Gebäude der Welt stehen hier. Für die Autoindustrie ist China der größte Absatzmarkt. Und in keinem anderen Land wird so viel Schweinefleisch gegessen und so viel Tabak geraucht. Traurigster Rekord: China führt die meisten Hinrichtungen durch. Laut Amnesty International sind es mehrere tausend pro Jahr.