Rätselraten um Dämpfer für Hofmann

von Redaktion

Nürnberg – Jörg Hofmann bleibt weitere vier Jahre Vorsitzender der IG Metall. Die Delegierten der größten Einzelgewerkschaft der Welt bestätigten den 63 Jahre alten Württemberger beim 24. ordentlichen Gewerkschaftstag in Nürnberg mit 71 Prozent der Stimmen im Amt.

131 der 478 abstimmenden Delegierten votierten gegen den 63 Jahre alten Hofmann. Es war das schlechteste Ergebnis für einen IG-Metall-Vorsitzenden seit 2003. Damals hatte sich Jürgen Peters im Machtkampf gegen Berthold Huber durchgesetzt und 66,1 Prozent der Delegiertenstimmen auf sich vereint. Diesmal war Hofmann einziger Kandidat.

Hofmann ist seit 2015 Gewerkschaftschef. Vor vier Jahren hatte er noch 91,3 Prozent der Stimmen erhalten. Hofmann gilt als ausgewiesener Tarifexperte. Er sitzt in den Aufsichtsräten von VW und Bosch.

Das schwache Abschneiden war so nicht erwartet worden und sorgte unter den Delegierten für Rätselraten. Als möglicher Grund für Skeptiker gilt Hofmanns vergleichsweise hohes Alter. Er wird am Ende der neuen Amtszeit fast 68 Jahre alt sein. In Ostdeutschland herrscht vereinzelt Unzufriedenheit, weil die IG Metall dort die 35-Stunden-Woche nicht durchsetzen konnte.  dpa

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