Berlin – Zum dritten Mal binnen kurzer Zeit muss Daimler tausende Diesel-Autos zurückrufen – und bringt damit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf die Palme. „Der neue Daimler-Vorstandsvorsitzende Ola Källenius hat mir vor Monaten versichert, dass er bei unzulässigen Abgastechniken reinen Tisch machen wird“, sagte Scheuer der „Bild am Sonntag“. „Leider ist das Gegenteil der Fall.“
Daimler hatte am Freitagabend mitgeteilt, hunderttausende weitere Diesel-Fahrzeuge wegen einer unzulässigen Abgastechnik zurückrufen zu müssen. Die Rede war von einer mittleren sechsstelligen Anzahl von Mercedes-Benz-Fahrzeugen in Europa, die mit dem schon etwas älteren Euro-5-Dieselmotor mit der Bezeichnung OM651 unterwegs sind. Genauere Angaben machte Daimler nicht. Der Motor steckt jedoch in einer ganzen Reihe von Mercedes-Fahrzeugen. Zu den jetzt betroffenen Fahrzeugen gehören auch 260 000 Sprinter.
Scheuer kritisierte die Haltung des Autobauers, die dem Motto folge: „Wir haben manipuliert, aber Behörden, sucht mal schön den Fehler selbst.“ Der Minister sprach von „Trickserei“ und „Salamitaktik“. „Ich empfinde den aktuellen Rückruf von 260 000 Sprinter-Mercedes-Dieselfahrzeugen als Vernebelungsaktion, wenn nach Daimler-Angaben selbst eine mittlere sechsstellige Zahl an Mercedes-Benz-Fahrzeugen in Europa betroffen sind.“ dpa