Anleger sollten vorsichtig bleiben

von Redaktion

So ganz passt das derzeit nicht an der Börse. Es zeigt sich zwar eine gewisse Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China, und beim Brexit gab es am Donnerstag Hoffnung. Doch andererseits hat der Internationale Währungsfonds IWF gerade die Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft ein weiteres Mal gedämpft und Chinas Wirtschaft wächst so langsam wie seit 27 Jahren nicht.

Börsianer und Großanleger, die vor allem das Geschehen im Aktienhandel bestimmen, ficht das nicht an: Sie haben den Deutschen Aktienindex Dax in der abgelaufenen Woche auf 12 814 Punkten getrieben. Das ist nicht nur ein neues Jahreshoch, es ist auch der höchste Stand seit Juli vergangenen Jahres. Auf einmal eröffne sich die Chance auf eine Jahresendrallye. Schließlich zählt das vierte Quartal in der Regel zu den stärksten Quartalen an der Börse.

„Ist jetzt wieder alles gut?“, fragt nicht nur Markus Reinwand von der Landesbank Hessen-Thüringen. Auch die Börsianer ließen es am Freitag etwas langsamer angehen. Der Dax pendelte sich bei gut 12 600 Punkten ein. Die Anleger hätten schon zu viele Vorschlusslorbeeren verteilt, sagt Reinwand. Um das aktuelle Niveau zu stützen, müssten die Erwartungen für das Wachstum und die Unternehmensgewinne drehen. Danach sieht es aktuell aber weniger aus. Ulrich Kater, Chef-Volkswirt der DekaBank verweist auch auf den Konflikt in Nordsyrien und die neuen US-Strafzölle, die gestern wirksam wurden.

Auch Jan Nießen von der Berliner Weberbank rät angesichts weiter bestehender Unsicherheiten zur Vorsicht. Anleger sollten defensiv agieren. „Nachrichtengetriebene Kursgewinne ziehen aktuell immer wieder Phasen der Enttäuschung nach sich.“

ROLF OBERTREIS

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