München – Verbraucher müssen für viele Alltagsprodukte heute deutlich mehr bezahlen als noch vor 20 Jahren. Das ist das Ergebnis einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox. Die Experten hatten die Preisentwicklung von zwölf alltäglichen Verträgen und Konsumgütern untersucht und festgestellt: „Für acht Alltagsprodukte müssen Verbraucher oft erheblich tiefer in die Tasche greifen als vor 20 Jahren.“ Meist seien die Preisanstiege so hoch, dass auch gestiegene Löhne die Verteuerung nicht ausgleichen könnten.
Lag beispielsweise der Preis für die Kilowattstunde Strom 1999 noch bei 16,5 Cent, waren es in diesem Jahr 29,5 Cent (siehe Tabelle). „Hintergrund sind gestiegene Steuern, Abgaben und Umlagen“, so Verivox. Noch stärker seien die Preise für Heizöl gestiegen: Kostete der Liter vor 20 Jahren noch 26,5 Cent, waren es in diesem Jahr 67.7 Cent – 156 Prozent mehr.
Aber es gibt auch gute Nachrichten: Bei Internetanschlüssen profitieren Verbraucher heute von schnelleren und gleichzeitig günstigeren Tarifen. Auch das Telefonieren mit dem Handy ist längst kein Luxus mehr: Laut Verivox haben sich Handygespräche seit 1999 um etwa 80 Prozent verbilligt.
Ob sich das Leben insgesamt verteuert oder verbilligt hat, hängt damit stark vom eigenen Einkaufsverhalten ab. Das Statistische Bundesamt versucht mit Hilfe eines repräsentativen Warenkorbes die allgemeine Teuerung in Deutschland zu messen. Die Inflationsraten der vergangenen Jahre zeigen: Seit 1999 sind die Preise in Deutschland im Schnitt um rund 32 Prozent gestiegen.
Gleichzeitig haben aber auch die Einkommen zugelegt: Nach Zahlen der Universität Duisburg-Essen sind die Nettolöhne in Deutschland seit 1999 im Schnitt um 42 Prozent gestiegen. sh