Triebwerksbauer MTU kennt keine Krise

von Redaktion

München – Gute Nachrichten sind in der deutschen Industrie derzeit nicht gerade an der Tagesordnung. Eine Ausnahme ist der Münchner Triebwerkshersteller MTU, der diesen Sommer in den Dax aufgestiegen ist. „Wir halten Kurs und bauen unsere Standorte aus“, erklärte Konzernchef Reiner Winkler zur Vorlage einer Zwischenbilanz. Er erwartet ein neues Rekordjahr. Während die Umsätze in den ersten neun Monaten des Jahres um drei Prozent auf gut 3,3 Milliarden Euro gestiegen sind, hat der operative Gewinn vor Steuern und Zinsen sogar um ein Zehntel auf 558 Millionen Euro zugelegt. MTU ist damit auf bestem Weg, einen Jahresumsatz in Höhe von 4,7 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn in Höhe von 750 Millionen Euro zu erreichen.

Das schafft neue Jobs im Inland. Von den gut 800 Stellen, die MTU in den ersten neun Monaten aufgebaut hat, entfallen rund 400 Arbeitsplätze auf den Münchner Stammsitz, wo ein neues Bauteiletestzentrum errichtet wurde. Weitere 200 Arbeitsplätze wurden am Standort Hannover geschaffen. Konzernweit beschäftigt MTU nun 10 500 Menschen, die meisten an heimischen Standorten.

„Weiterem Wachstum steht nichts im Wege“, betonte Winkler auch mit Blick auf den Personalaufbau. Die Münchner bauen zwar keine kompletten Flugzeugtriebwerke, aber entscheidende Komponenten, mit denen sie in vielen Triebwerksprogrammen auch konkurrierender Hersteller vertreten sind. Von zivilen Passagierjets bis zu Militärflugzeugen sind sie weltweit mit ihren Triebwerksteilen dadurch in jedem dritten Flieger vertreten.

Haupttreiber des MTU-Geschäfts ist derzeit vor allem der neue Airbus-Verkaufsschlager A320 neo, für den die Münchner sich große Teile der Triebwerkskomponenten gesichert haben. Sollten Deutschland und Frankreich in absehbarer Zeit einen Nachfolger für den Kampfjet Eurofighter bestellen, dürfte zudem kein Weg an MTU vorbeiführen. Schon jetzt sitzt das Unternehmen, das an der Börse mit rund 12 Milliarden Euro weit mehr wert ist als beispielsweise die Deutsche Lufthansa mit rund 7,5 Milliarden Euro, auf einem Rekordauftragsbestand von knapp 21 Milliarden Euro. Rechnerisch lastet das die Produktion des neuen Dax-Mitglieds auf gut vier Jahre aus. Auch die Aktionäre profitieren. Die Dividende dürfte deutlich steigen. T. MAGENHEIM-HÖRMANN

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