Nürnberg – Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist wieder unter die Marke von 200 000 gefallen. Im November waren im Freistaat 199 150 Menschen ohne Arbeit. Das sind knapp 1400 oder 0,7 Prozent weniger als im Oktober, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 2,7 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosigkeit jedoch an. Insgesamt waren knapp 2170 Menschen oder 1,1 Prozent mehr arbeitslos gemeldet als im November 2018. Die Quote hatte damals ebenfalls 2,7 Prozent betragen. Zwar sei der gegenwärtige Wirtschaftsabschwung insbesondere in der Industrie spürbar, wegen der immer knapper werdenden Arbeitskräfte sei aber von größeren Zunahmen der Arbeitslosigkeit nicht auszugehen, sagte der stellvertretende Chef der Regionaldirektion Bayern, Klaus Beier.
Ausschlaggebend für die steigende Zahl der Arbeitslosen bleibe die konjunkturbedingte Entwicklung beim Arbeitslosengeld I. Während die Arbeitslosenzahl in der Arbeitslosenversicherung im Vergleich zum November 2018 um rund 9100 oder 8,8 Prozent anstieg, ging sie bei Hartz-IV-Beziehern um knapp 6950 oder 7,4 Prozent deutlich zurück.
Der Aufwärtstrend der Beschäftigung werde sich fortsetzen, sagte Beier weiter. So waren in Bayern nach der aktuellen Hochrechnung im September 5,788 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt – das sind 101 200 oder 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr.
Indes steigen die Sorgen in der Industrie: „Seit Juli dieses Jahres liegt die Arbeitslosenzahl über dem Vorjahresniveau“, kommentierte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), die jüngsten Zahlen. Die gesamte bayerische Wirtschaft befinde sich im Abschwung, die Industrie steckt in einer echten Rezession. „Die Anspannung auf dem Arbeitsmarkt erhöht sich von Monat zu Monat.“
Der DGB Bayern kritisierte, dass immer mehr Betriebe in Bayern Stellen abbauen. Der Gewerkschaftsbund forderte die Arbeitgeber auf, alles dafür zu tun, die Beschäftigung zu sichern und die Menschen auch in konjunkturell schwierigen Phasen an Bord zu behalten. dpa/mm