Washington – Der US-Luftfahrtkonzern Boeing empfiehlt vor der Wiederinbetriebnahme des Unglücksfliegers 737 Max für alle Piloten Trainings im Flugsimulator. Dies würde computerbasierte Schulungen ergänzen, teilte Boeing mit. Die Aufsichtsbehörden würden in der Sache die finale Entscheidung treffen, hieß es weiter.
Boeing hatte bei der Einführung des Fliegers kein Simulatortraining empfohlen. Solche Trainings sind für Airlines kostspielig. Das Fehlen solcher Anforderungen wird daher oft als wichtiges Argument beim Verkauf neuer Flugzeugmodelle gesehen.
„Sicherheit ist unsere oberste Priorität“, betonte nun der geschäftsführende Boeing-Vorstandsvorsitzende Greg Smith. Das Vertrauen der Öffentlichkeit und aller Kunden in die Sicherheit der 737 Max sei von „entscheidender Bedeutung“, sagte der Interims-Chef von Boeing.
Der noch relativ neue Mittelstreckenjet war im März 2019 nach zwei Abstürzen in Indonesien und in Äthiopien mit zusammen 346 Todesopfern mit einem globalen Flugverbot belegt worden. Boeing kostet das Problem mit der 737 Max – der Bestseller und Profittreiber des Unternehmens – inzwischen Milliarden US-Dollar. Der Konzern bemüht sich bei der US-Luftfahrtbehörde (FAA) um eine Wiederzulassung des Flugzeugs. Kurz vor Jahresende kündigte Boeing allerdings an, die Produktion des Fliegers bis auf Weiteres auszusetzen. dpa