Munich Re: Weniger Tote nach Katastrophen

von Redaktion

Die Weltbevölkerung wächst, die Naturkatastrophen werden häufiger – doch sie kosten weniger Menschen das Leben. Das zeigen Zahlen des Rückversicherers Munich Re.

VON CARSRTEN HOEFER

München – Bei Naturkatastrophen kommen immer weniger Menschen ums Leben. Das ergibt sich aus dem neuen Naturkatastrophenbericht der Munich Re (Münchener Rück). „Erfreulicherweise sterben immer weniger Menschen durch Naturkatastrophen“, sagte Ernst Rauch, Chef der Klimaforschung und Geowissenschaften bei dem Unternehmen. 2019 verloren weltweit rund 9000 Menschen bei Naturkatastrophen ihr Leben. Der Zyklon „Idai“, forderte im März in Mosambik, Zimbabwe und Malawi mehr als 1000 Menschenleben. Der Durchschnittswert der letzten 30 Jahre liegt bei 52 000 Toten pro Jahr. „Die Welt ist in dieser Hinsicht besser geworden“, sagte Rauch. Ein Grund: Warnung und Evakuierung funktionieren heute besser.

Nicht zurückgegangen sind materielle Schäden. 150 Milliarden Dollar liegen im langjährigen Durchschnitt. In Europa zogen Hitze und Gewitter im Sommer Schäden von 2,5 Milliarden Dollar nach sich. Auffällig: In manchen Gebieten Japans seien während des Taifuns Hagibis in 24 Stunden über 1000 Milliliter Regen gefallen – mehr als der durchschnittliche Jahresniederschlag in Deutschland, sagte Rauch. Hagibis war mit 17 Milliarden Dollar die teuerste Naturkatastrophe 2019.

„Die Zugbahnen von Tiefs und Hochdruckgebieten haben sich in den vergangenen Jahren verlangsamt. Solche Änderungen können zu risikoreichen Wetterlagen wie Hitzewellen oder andauernden Starkniederschlägen führen“, sagte Rauch. „Die Indizienkette geht dahin, dass es sehr wahrscheinlich einen Zusammenhang mit dem Klimawandel gibt.“ Eine weitere Auffälligkeit seien die Feuer in Australien, sagte Rauch. „Dort sind Buschbrände im Sommer nichts Ungewöhnliches, ungewöhnlich sind aber der frühe Start in die Feuersaison und die Dimension.“

Weiter sagte er: „Mit Blick auf die nächsten Jahre und Jahrzehnte müssen alle Risikoträger davon ausgehen, dass die Schäden aus Naturkatastrophen weiter ansteigen.“ Eine zusätzliche Gefahr sei der Anstieg des Meeresspiegels. „Wir liegen im Moment bei einem jährlichen Anstieg zwischen drei und vier Millimetern im Jahr.“

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