Frankfurt – Nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ rechnet EZB-Päsidentin Christine Lagarde mit einem Konjunktureinbruch im Euroraum. Grundlage sei eine Kalkulation der Folgen, die ein einmonatiges Herunterfahren der Wirtschaft hätte. Das könnte das Wachstum um 2,1 Prozentpunkte verringern. Dann würde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr im Euroraum um 1,3 Prozent schrumpfen. Wenn der Lockdown drei Monate betrage, könnte die Wirtschaft um 5 Prozent schrumpfen. Das wäre mehr als im Zuge der Finanz- und Eurokrise – 2009 lag das Minus bei 4,4 Prozent.
Von dem Einbruch wäre auch Deutschland betroffen: Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) rechnet damit, dass das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland in diesem Jahr um 2,5 Prozent schrumpfen wird. Der Bundesverband deutscher Banken erwartet für das Gesamtjahr sogar ein Minus um 4 bis 5 Prozent. Zuletzt war die Wirtschaftsleistung in Deutschland nach der Finanzkrise geschrumpft, damals waren es 5 Prozent.
Ab dem dritten Quartal 2020 könnte sich die Konjunktur nach heutiger Einschätzung wieder erholen, sagte Stefan Schneider, Ökonom der Deutschen Bank. „Das sind dramatische Zahlen, aber das ist sicherlich nicht der Weltuntergang.“ Insgesamt funktioniere die deutsche Wirtschaft recht gut, sagte Schneider. Im Jahr 2021 halten die Ökonomen bereits wieder ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland um gut 2 Prozent für möglich. dpa